Kantonsschulen
Maturfeier kollidiert mit Einrücken: Verpassen Rekruten wegen neuer Regelung eigene Abschlussfeier?

Bisher rückten Maturanden nahtlos an die Maturfeier in den Militärdienst ein. Ab kommendem Juli wird das Einrücken für Solothurner Kantonsschüler umständlicher.

Severin Bommer
Drucken
Teilen
Der Ernst des Lebens hat begonnen: Rekrutenschüler in Wangen a.A.

Der Ernst des Lebens hat begonnen: Rekrutenschüler in Wangen a.A.

Archiv SZ/BAR

Mit der Weiterentwicklung der Armee müssen die Rekruten in Zukunft eine Woche früher einrücken – in der Kalenderwoche 26. Diese minim wirkende Änderung hat jedoch grössere Auswirkungen als gedacht und stellt die Kantonsschulen vor Herausforderungen.

Durch den früheren Termin müssen Maturanden und Maturandinnen in Olten und Solothurn, die direkt nach der Matura Militärdienst leisten, fortan schon zwei Tage nach der letzten Prüfung in die Armee eintreten. Dies hätte zur Folge, dass die Maturanden ihre Maturfeier verpassen würden.

Auf diesen Umstand haben nun die Kantonsschulen reagiert. «Durch die offene und direkte Kommunikation mit der Führung der Armee ist eine gute Lösung zustande gekommen. Die neue Regelung sieht vor, dass die Armee Urlaubsgesuche von Solothurner Rekruten, die zum Besuch der eigenen Maturfeier gestellt wurden, in jedem Fall annimmt», sagt stellvertretend Stefan Zumbrunn-Würsch, Rektor der Kantonsschule Solothurn.

Trotz der neu eingeführten Abmachung mit der Armee, welche die negativen Einflüsse des früheren RS-Starts bestmöglich minimiert, kommt es für die angehenden Rekruten zu negativen Folgen.

Gröbere Auswirkungen

In Einzelfällen könnte es neu vorkommen, dass bereits eingerückte Rekruten aufgrund des Nichtbestehens der Matura und des damit einhergehenden Wiederholens des letzen Gymi-Jahres aus dem Militärdienst an die Kantonsschule zurückkehren müssten. Dies wird zwar nur selten vorkommen, da pro Jahrgang meist deutlich weniger als zehn Personen bei den Abschlussprüfungen durchfallen. Trotzdem scheint alleine die Idee abwegig, aus der Armee zurück in die Schule zu müssen. Ob es für solche Fälle eine spezielle Regelung geben wird, darüber konnte auch beim Kreiskommando Solothurn keine Auskunft gegeben werden.

Die grössere Problematik besteht darin, dass Maturanden den Militärdienst antreten, ohne zu wissen, ob sie die Maturaprüfungen bestanden haben oder nicht. Eine frühere Durchführung der Maturaprüfungen sei indes nicht möglich, da der Lehrplan eingehalten werden müsse, heisst es bei den Schulen.

Abschlussreise nicht möglich

Des Weiteren wird durch den vorgezogenen RS-Start der Zeitraum, in dem sich die Klassen normalerweise auf die «Maturreise» begeben, belegt. Diese Reisen werden zwar nicht von der Kantonsschule organisiert und fallen somit nicht in ihre Planung, haben jedoch eine lange Tradition.

Die zukünftigen Rekruten sind nun gezwungen, ihre Reise bereits in den Frühlingsferien durchzuführen oder ganz darauf zu verzichten. Wer den Militärdienst ganz unkompliziert angehen will, hat immer noch die Möglichkeit, ihn aufzuschieben.

Aktuelle Nachrichten