Das sind gute Nachrichten aus der im Kanton Solothurn stark vertretenen Medizinaltechnikbranche: Die Mathys AG, Herstellerin von künstlichen Gelenken, hat im ersten Halbjahr 2016 den Umsatz um 9,2 Prozent auf 79,2 Millionen Franken gesteigert.

Währungsbereinigt sind die Verkäufe um 7,6 Prozent gestiegen, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab. Die nach der Währungskrise eingeleiteten Spar- und Optimierungsmassnahmen hätten im zweiten Halbjahr 2015 die erwarteten positiven Auswirkungen gezeigt. «Wir konnten diesen Trend ins neue Jahr transferieren und haben einen zufriedenstellenden Semesterabschluss erreicht», wird Hugo Mathys, CEO und Verwaltungsratspräsident, in der Mitteilung zitiert. Gewinnzahlen gibt das traditionsreiche Familienunternehmen nicht bekannt.

Allerdings sei der Preisdruck in der Branche immer noch zunehmend; zusammen mit dem starken Franken eine grosse Herausforderung für einen Schweizer Hersteller. Es gelte Prozesse und Abläufe stetig zu optimieren, ohne aber Qualitätskompromisse einzugehen. Im ersten Halbjahr sei es gelungen, mit einer neuen Hüftgelenkspfanne einen Produktelaunch erfolgreich zu realisieren.

Trotz der schwierigen Bedingungen für produzierende Betriebe habe man in den ersten sechs Monaten 21 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon deren 7 in Bettlach. Insgesamt beschäftigt Mathys weltweit derzeit 563 Personen, davon 328 in Bettlach. Schon 2015 sei die Zahl der Mitarbeitenden um 28 gestiegen.

Positiver Ausblick

Die Aussichten für das ganze Geschäftsjahr 2016 beurteilt die Firma trotz politischer Herausforderungen im europäischen Raum optimistisch. «Wir sind überzeugt, den positiven Trend auch ins zweite Semester mitnehmen und die Umsatzziele erzielen zu können.»

An der letzten Generalversammlung wurde Urs Eggenberger neu in den Verwaltungsrat gewählt. Durch seine frühere Tätigkeit bei der Mathys Medizinaltechnik AG als Verantwortlicher Corporate Treasury bringe er bereits Branchen- und Unternehmenskenntnisse mit, heisst es in der Mitteilung weiter. Er ersetzt den altershalber zurückgetretenen Ernst Lienhard.

Die Mathys AG wurde 1946 gegründet. Nach dem Verkauf des Bereiches Osteosynthese an Synthes konzentriert sich Mathys seit 2003 ausschliesslich auf die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Produkten für den Gelenkersatz (Hüfte, Knie, Schulter) und synthetisches Knochenersatzmaterial. Die Mathys AG mit elf Tochterfirmen produziert vorwiegend in der Schweiz aber auch in Deutschland. Die Firma ist im Besitz der Familien Mathys und Marzo.