Nachgefragt
Marlies Czerny: «Habe mir auf dem Weissenstein einen ersten Überblick verschafft»

Für die nächsten sechs Monate wird Stadt und Kanton Solothurn durch fremde Augen wahrgenommen. Das Augenpaar gehört Marlies Czerny, Journalistin bei den «Oberösterreichischen Nachrichten». Im Interview erzählt sie von ihren ersten Eindrücken.

Theodor Eckert
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Die Protagonisten des Journalisten-Austauschprogramms (v.l.): Stiftungsrat Peter Rothenbühler, Journalistin Marlies Czerny, Stiftungspräsident Niklaus Studer und Stiftungsrat Raoul Stampfli.

Die Protagonisten des Journalisten-Austauschprogramms (v.l.): Stiftungsrat Peter Rothenbühler, Journalistin Marlies Czerny, Stiftungspräsident Niklaus Studer und Stiftungsrat Raoul Stampfli.

Alois Winiger

Marlies Czerny, Sie hatten gestern Ihren ersten Arbeitstag in Solothurn. Wie ist es gelaufen?

Marlies Czerny: Sehr gut. Ich bin positiv überrascht. Die Schweizer haben bei uns den Ruf, gegenüber Fremden eher reserviert zu sein. Bis jetzt habe ich jedoch das Gegenteil erfahren. Alle waren sehr offen und freundlich. Jemand wollte mir beim Ausladen gar die Koffer tragen.

Haben Sie von Solothurn schon etwas mitbekommen?

Ja doch. Mein erster Weg führte auf den Weissenstein. Ich wollte mir einen ersten Überblick verschaffen. War schön ruhig dort oben. Es lag sogar ein Hauch Schnee. Ist das nicht die Gegend, wo so verbissen um eine Bergbahn gestritten wird?

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Solothurn gekommen?

Mit vielen und doch wenigen. Ich schwanke noch hin und her. Beides ist präsent. Ich denke jedoch, dass es schlecht wäre, mit allzu grossen Erwartungen an dieses Projekt heranzugehen. Insgeheim habe ich natürlich schon Hoffnungen. Etwa, dass ich meine Ideen einbringen und letztlich auch Geschichten umsetzen kann. Ich bin überzeugt, dass ich hier eine spannende Zeit erleben werde.

An welche Geschichten denken Sie, wie wärs mit einem Beispiel?

Ich bin eine begeisterte Berggängerin. Es wäre ein Traum, das Matterhorn besteigen zu können. Einen Solothurner Bezug könnte man leicht schaffen, indem die Tour mit einer Seilschaft aus der Region unternommen würde.

Sie waren diesen Winter im hektischen Ski-Weltcup unterwegs. Jetzt sind Sie im ruhigen Solothurn angekommen. Ein grosser Schritt?

Nein, ich schätze es, nach den tatsächlich sehr bewegten Monaten Journalismus in einer begrenzten Region zu betrieben. Also einfach über die Strasse gehen und Geschichten aufnehmen, die vor den Füssen liegen. Das betrachte ich als Bereicherung. Dann werde ich bestimmt auch auf wesentliche Unterschiede zwischen meiner österreichischen Heimat und dem Kanton Solothurn stossen. Das gibt zweifellos etwas her und könnte die Leser interessieren.

Sie werden uns demnach die Nuancen zwischen Solothurner Kuchen und Linzer Torte erklären?

Wieso nicht (lacht). Aber ich hoffe, doch darüber hinaus noch einige Akzente setzen zu können. Umgekehrt möchte ich auch meinen Lesern in Österreich über Solothurn und die Schweiz erzählen.