Führungswechsel

Markus Dietschi tritt nach sechs Jahren als Präsident der BDP zurück

BDP-Präsident Markus Dietschi

BDP-Präsident Markus Dietschi

Die Solothurner BDP sucht einen neuen Präsidenten. Kantonsrat Markus Dietschi gibt das Amt im März nach sechs Jahren ab.

Nach den Führungswechseln bei den Freisinnigen, der SVP und den Grünen kommt es nun auch bei der Kleinpartei BDP zur Wachtablösung. Kantonalpräsident Markus Dietschi tritt nach sechs Jahren im Amt zurück, wie die Partei am Montag mitteilte.

Der Kantonsrat aus Selzach ist in der Solothurner BDP ein Mann der ersten Stunde. Seit der Gründung der Kantonalpartei im Juni 2009 gehörte er zur Parteileitung. An der Gründungsversammlung zum Vizepräsidenten gewählt, übernahm er zweieinhalb Jahre später das Amt des Präsidenten. Der Führungswechsel erfolgte damals etwas Hals über Kopf, denn Dietschis Vorgänger Ernest Cavin hatte im Dezember 2011 verlauten lassen, dass er ab 2012 nicht bloss nicht mehr als Präsident zur Verfügung stehe, sondern auch gleich aus der Partei austrete.

Beim offiziell mit einer hohen beruflichen Belastung begründeten Schritt habe auch die Enttäuschung über das bescheidene persönliche Abschneiden bei den Nationalratswahlen mitgespielt, hiess es damals aus dem inneren Parteizirkel. Sechs Jahre später sei sein jetziger Rücktritt dagegen keineswegs eine Überraschung und habe auch in keiner Weise mit dem Ergebnis der Kantonsratswahlen vom vergangenen März zu tun, sagt Markus Dietschi.

Vielmehr sei er bereits länger im Amt als das bei der doch eher spontanen Übernahme des Parteipräsidiums geplant gewesen war. Er habe schon damals erklärt, dass er sich «vorübergehend» als Präsident zur Verfügung stelle, so Dietschi. Dass er den Posten auf die Mitgliederversammlung am 28. März räumen wird, sei parteiintern seit rund einem Jahr, also schon vor den kantonalen Wahlen im Frühjahr, bekannt gewesen.

Wenn schon, wären diese Wahlen eher Anlass gewesen, ihn noch einmal für eine Verlängerung umzustimmen, meint der Kantonsrat. Denn: Die BDP verlor zwar Wähleranteile und dümpelt bei wenig über 2 Prozent, «aber es ist besser herausgekommen als uns die meisten zugetraut hatten», so Dietschi. Die BDP hielt ihre zwei Sitze. Auch wenn man unter dem Strich nicht wirklich zufrieden sein könne, sei das immerhin mehr als andere Kantonalsektionen vorweisen können, findet der abtretende BDP-Präsident.

Dass er das Präsidium aber so oder so nach dem Wahljahr abgeben würde, sei auch ein Versprechen der Familie gegenüber gewesen, sagt Dietschi. Als Präsident einer kleinen Partei sei man zeitlich noch stärker gefordert als bei einer grossen Partei mit mehr personellen Ressourcen. Da seien sechs Jahre im Amt «schon sehr happig», man laufe zusammen mit dem Kantonsratsmandat und der beruflichen Belastung «am Anschlag», und das bekomme die Familie am meisten zu spüren.

Fest steht denn übrigens auch, dass nicht Kantonsratskollege Martin Flury aus Deitingen neuer BDP-Präsident wird. Dieser sei ebenfalls anderweitig schon stark belastet, was zu gewissen Abnützungserscheinungen führe, so Dietschi. Die Nachfolgeregelung sei «aufgegleist», liess die Partei am Montag nur verlauten, mit Namen möglicher Kandidaten hält man noch hinter dem Berg. Mitte Februar wird sich der Kantonalvorstand mit den Vorschlägen einer Findungsgruppe befassen.

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