Obergericht
Marcel Kamber, Präsident des Obergerichts tritt zurück

Der Präsident des Obersten Gerichts im Kanton Solothurn hat seine Demission bekannt gegeben. Dies um das «ungeschriebene Gesetz der Rotation» aufrecht zu erhalten. Denn es sei üblich, das Präsidium nur während einer Amtsperiode zu führen.

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Marcel Kamber steht seit 2011 und noch bis Ende Jahr an der Spitze des Solothurner Obergerichts.

Marcel Kamber steht seit 2011 und noch bis Ende Jahr an der Spitze des Solothurner Obergerichts.

Keystone

Was Präsident Peter Brotschi (CVP) gestern zu Beginn der Sitzung mitteilte, überraschte manche Mitglieder des Kantonsrats: Marcel Kamber tritt per Ende Jahr von seinem Amt als Präsident des Solothurner Obergerichts zurück.

Der 59-jährige Luterbacher steht seit 2011 an der Spitze des höchsten Gerichts im Kanton. Damals war er für den Rest der Amtsperiode 2009–2013 als Nachfolger des vorzeitig zurückgetretenen Hans-Peter Marti gewählt worden. Im vergangenen Jahr wurde Kamber in seinem Amt bestätigt.

Warum tritt nach Marti nun auch Kamber vorzeitig zurück? Weil es am Obergericht üblich sei, das Präsidium nur während einer Amtsperiode zu führen, erklärt Kamber auf Anfrage. «Ich habe nun halt zwei halbe Amtsperioden bestritten, aber das gibt zusammengerechnet ja auch vier Jahre.» Ihm sei es wichtig, das «ungeschriebene Gesetz der Rotation» weiterhin aufrecht zu erhalten.

Im Rechenschaftsbericht der Rechtspflege, den Kamber gestern im Kantonsrat präsentierte, blicken die Solothurner Gerichte auf ein «eher ruhiges Jahr» zurück. Was den abtretenden Obergerichtspräsidenten dabei besonders freute: In einer Umfrage unter Anwälten wurde den hiesigen Gerichten ein hohes Niveau attestiert. (sva)

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