Günsberg

Mann folterte 15-Jährigen im Wald – und danach in seiner Wohnung

Der Mann fesselte den Jungen an einen Baum und folterte ihn mit Metallklammern. (Symbolbild)

Der Mann fesselte den Jungen an einen Baum und folterte ihn mit Metallklammern. (Symbolbild)

Ein Jugendlicher musste 2018 eine Tortur über sich ergehen lassen. Ein heute 50-Jähriger aus dem Oberaargau folterte ihn zuerst im Wald bei Günsberg und danach noch in seiner Wohnung.

Im September 2018 lockte ein Oberaargauer einen 15-Jährigen in den Wald bei der Ruine Günsberg. Der Vorwand: ein Fotoshooting. Der Jugendliche sollte den Oberkörper frei machen, danach befestigte der 50-jährige Mann zwei Metallklammern an dessen Brustwarzen. Dieses Prozedere soll so lange gedauert haben, bis der Junge weinte, berichtet die «Berner Zeitung»

Die Tortur war aber noch nicht fertig. In der Wohnung des Mannes fesselte dieser den Jungen an eine Leiter und peitschte ihn mit einem Seil. Laut Anklageschrift soll er seinem Opfer den Daumen in den Bizeps gedrückt haben – so fest, dass sich der Muskel verschob. Danach schlug er mit der Faust mehrmals in den Bauch des Jungen. Alles, was der 50-Jährige seinem Opfer antat, hielt er auf Video und Fotos fest. 

Vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau sagte er aus, die Taten hätten im gegenseitigen Einverständnis stattgefunden. Der Junge widersprach dieser Darstellung. Das Fotoshooting soll keinen sexuellen Kontext gehabt haben. 

Die Polizei hatte beim Beschuldigten zuhause sechs Festplatten mit pornografischen Videos und Fotos gefunden. Darunter befand sich auch «virtuelle Kinderpornografie».

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft an den 50-Jährigen: mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind. Die Forderung: eine bedingte Freiheitsstrafe von 9 Monaten und eine Busse von 10'800 Franken. 

Das Gericht will das Urteil am Freitag verkünden. (ldu)

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