Sozialbeiträge

Machen nächstes Jahr wieder mehr Gemeinden mit?

Die Caritas gehört zu den Institutionen, die von freiwilligen Sozialbeiträgen der Gemeinden profitieren.

Die Caritas gehört zu den Institutionen, die von freiwilligen Sozialbeiträgen der Gemeinden profitieren.

Nach der Neuorganisation des Einzugs der freiwilligen Sozialbeiträge, die von den Gemeinden zur Unterstützung verschiedener gemeinnütziger Organisationen seit Jahrzehnten geleistet wurden, sind etliche Gemeinden ausgestiegen, darunter die Städte Olten und Grenchen. Würden alle Kommunen den vom Verband der Einwohnergemeinden auf 1,50 Franken festgelegten Pro-Kopf-Beitrag leisten, kämen gut 400'000 Franken zusammen. Effektiv konnten für das laufende Jahr aber nur 250'000 Franken an sechs Institutionen verteilt werden.

Der Vorstand des Einwohnergemeindeverbands hält dennoch an der Konzeption der freiwilligen Sozialbeiträge fest und wird sie 2019 wieder allen Gemeinden in Rechnung stellen. Die begünstigten Organisationen würden ihre Dienstleistungen flächendeckend im ganzen Kanton anbieten. Somit könnten auch alle Gemeinden von den Leistungen profitieren und sich im Sozialbereich entlasten, wirbt der Verband bei seinen Mitgliedern für eine wieder grosszügigere Haltung.

Die für 2019 eingehenden Beiträge werden nach dem gleichen Schlüssel an die gleichen Institutionen verteilt wie dieses Jahr. Für 2018 erhielten Benevol (Anlaufstelle für Freiwilligenarbeit) und der Verein Schuldenberatung je 80'000 Franken, Kompass Solothurn (Fachstelle für Elternbildung und Familienbegleitung) 40'000 Franken, die Caritas (Kulturlegi) 30'000 Franken sowie der Verein Selbsthilfe und der Verein Entlastungsdienst je 10'000 Franken.

Dass die Unterstützungsbeiträge für manche Organisationen von existenzieller Bedeutung sein können, zeigt das Beispiel von Pro Infirmis: Nachdem sie im Zug der Neuausrichtung der freiwilligen Sozialbeiträge nicht mehr berücksichtigt wurde, musste Pro Infirmis das Beratungsangebot für beeinträchtigte Menschen ohne Anspruch auf IV-Leistungen im Kanton Solothurn vergangenen Februar einstellen.

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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