LOS! wurde vor zehn Jahren als Kind der Repla Espace Solothurn (Regionalplanungsgruppe) geboren. Aus diesem Grund wird die fachliche Begleitung durch die Firma Sigmaplan seit Beginn von der Repla bezahlt. Die Langsamverkehrs-Offensive Solothurn und Region! (LOS!) wollte damals und will auch heute noch in der Region Solothurn auf das bestehende Langsamverkehrsnetz aufmerksam machen und es weiter optimieren.

Der Langsamverkehr (Fuss- und Veloverkehr) soll zur dritten Säule des Personenverkehrs, neben dem öffentlichen und dem privaten Verkehr, werden. Um dies zu erreichen, wird die Planung der Gemeinden, der Region und des Kantons koordiniert. Im Zug von LOS! wurde in jeder Gemeinde ein Langsamverkehrsverantwortlicher als Ansprechpartner ernannt. 

LOS! steht den Gemeinden zudem mit Dienstleistungen zur Verfügung. Sie berät Gemeinden oder Schulen, deckt Schwachstellen im Langsamverkehrsnetz auf und veranstaltet Informationsanlässe. Schliesslich ist LOS! auch tätig in der Projektentwicklung und der Koordination zwischen den verschiedenen Beteiligten.

Velo für die Pendler

Ein Ziel hat LOS! erreicht: In der Agglomeration Solothurn wird das Velo immer mehr als Verkehrsmittel auch für das Pendeln zur Arbeit genützt. E-Bikes haben diesen Trend sicher noch verstärkt. Ebenso die Tatsache, dass viele Hauptverkehrsachsen in den Stosszeiten an ihre Kapazitätsgrenzen kommen und es kürzere oder längere Staus gibt. In den letzten zehn Jahren wurde mit der Langsamverkehrsoffensive Solothurn und Region! viel für die Fussgänger und die Velofahrer getan. Aber das Potenzial ist weiterhin gross. Darin sind sich die Experten und Verantwortlichen einig.

Die Kantonsstrassen sind die Hauptachsen für den Veloverkehr, da sie meist die kürzesten Verbindungen darstellen. Wo möglich wurden dazu Alternativrouten gesucht für diejenigen Velofahrenden, die sich auf diesen Strassen trotz Radwegen und anderen Massnahmen zu wenig sicher fühlen, und für den Freizeitverkehr.

Damit werden die Strassen entlastet. Die Velofahrer stossen allerdings immer noch an Hürden, die ein zügiges Fahren verhindern. Mindestens auf den Langsamverkehrsrouten von kantonaler Bedeutung könnte sich dies schon bald ändern. Ähnlich wie im Strassenbau könnten auch Massnahmen auf den Velowegen künftig in das Mehrjahresprogramm aufgenommen werden.

Die Verbindungen von kantonaler Bedeutung sind zudem im Agglomerationsprogramm enthalten. Damit kann von Bundesbeiträgen profitiert werden. Peter Portmann (Projektleiter/Beauftragter Langsamverkehr, Amt für Tiefbau) ist überzeugt, dass es so einfacher ist, allenfalls nötige Bauwerke zu realisieren. Eines dieser Projekte wäre beispielsweise der Emmesteg zwischen Zuchwil und Luterbach. Dieser würde es ermöglichen, die nationalen Velorouten 5 und 8 zwischen Solothurn und Wangen an der Aare näher an die Aare zu verlegen und so zu attraktivieren. Vorarbeiten, wie beispielsweise die Unterführung bei der Wylihofbrücke, wurden bereits geleistet.

Mosaiksteine zusammensetzen

LOS! wird seit zehn Jahren von Klaus Dörnenburg (Sigmaplan) begleitet. In diesen zehn Jahren wurden gute Grundlagen für den Langsamverkehr geschaffen. Noch fehlen aber wichtige Teilstücke für die Vervollständigung der Velorouten. Ein Thema, das die Planer immer wieder beschäftigt, ist «Toleranz». Toleranz zwischen Automobilist und Velofahrer, Toleranz aber auch zwischen Velofahrer und Fussgänger. Hier erfüllt LOS! eine wichtige Rolle. Information heisst das Stichwort.

Seit Anbeginn der Langsamverkehrs-Offensive wird immer wieder mit Plakaten und mit einem Newsletter über Ausbauprojekte und andere Aktivitäten informiert. Privatleute, die sich in die Planung einbringen möchten, können dies via ein spezielles Instrument, das sich LOS!-Input nennt, tun. Anregungen, Wünsche oder Gefahrenstellen, die gemeldet werden, werden hier gesammelt. «Wir haben schon die eine oder andere Gefahrenstelle dank dieser Einrichtung erkannt», so Portmann.

Nicht vergessen darf man, so die Langsamverkehrs-Spezialisten, dass die Bedürfnisse für den Langsamverkehr nicht überall die gleichen seien. In einem ländlichen Dorf wie beispielsweise Aeschi wünsche man sich andere Massnahmen als in Derendingen, wo sich der Verkehr über den Kreuzplatz regelmässig staut. Zudem gibt es auch in der Langsamverkehrsplanung immer wieder neue Trends. Die neuste Diskussion unter den Experten dreht sich um die Frage, ob Velofahrer und Fussgänger gemischte oder getrennte Bereiche benützen sollen.