Volksschule
Logopädinnen sind in der Schweiz Mangelware

Sie fehlen vor allem in den Schulzimmern auf dem Land: Logopädinnen und Logopäden.

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Schulleiterin Andrea Stadelmann und Schulpräsidentin Daniela Kugler (von links) präsentieren eines der neuen Schulzimmer. So fügt sich das neue Gebäude (links) in die Schulanlage Huebwies ein. Alles unter einem Dach: Im Parterre kann die Schule Tagesstrukturen anbieten.

Schulleiterin Andrea Stadelmann und Schulpräsidentin Daniela Kugler (von links) präsentieren eines der neuen Schulzimmer. So fügt sich das neue Gebäude (links) in die Schulanlage Huebwies ein. Alles unter einem Dach: Im Parterre kann die Schule Tagesstrukturen anbieten.

Bilder: Severin Bigler

Logopädinnen und Logopäden Die Logopädie kämpft wie viele weitere Branchen in der Schweiz mit einem Fachkräftemangel. Der Kanton Solothurn ist davon weniger stark betroffen als andere Kantone, aber auch hier ist es manchmal eine Herausforderung, Stellen zu besetzen. Vor allem ländliche Gemeinden mit wenigen Lektionen haben es schwer, Logopädinnen und Logopäden zu finden. Der diesjährige europäische Tag der Logopädie hat deshalb auch das Ziel, junge Frauen und Männer auf den Beruf aufmerksam zu machen und sie im besten Fall für ein Logopädie-Studium zu begeistern.

«Logopädie ist ein sehr vielfältiger Beruf», erzählt Sira Kaiser, die Co-Präsidentin des Vereins der Logopädinnen und Logopäden des Kantons Solothurn (VLS). Selber unterrichtet sie an einer Schule, aber Logopädinnen sind auch in Kliniken, im Frühbereich oder Institutionen im Einsatz. Das ist laut Sira Kaiser noch zu wenig bekannt. «Häufig wird die Logopädie mit Kindern in Verbindung gebracht, dabei sind Logopädinnen und Logopäden in vielen verschiedenen Bereichen tätig.» Insgesamt arbeiten in der Deutschschweiz rund 2500 Logopädinnen und Logopäden. Das schreibt der DLV, der Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband, in einer Mitteilung.

Viele freie Stellen in der Deutschschweiz

Vielerorts können freie Stellen aber nicht besetzt werden. Im Moment setzt sich der DLV deshalb dafür ein, dass die Zahl der Ausbildungsplätze in der Schweiz erhöht wird. «Allein im Februar waren in der Deutschschweiz 75 Stellen unbesetzt», schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. «Das Klischee und einseitige Berufsbild, dass Logopädinnen und Logopäden nur lispelnde Kinder behandeln, hält sich hartnäckig falsch».

Dabei sind Logopädinnen und Logopäden sind etwa auch im Gesundheitsbereich wichtig. Ein weiterer Arbeitsort ist zum Beispiel das Spital: Dort kann die Logopädie Patienten etwa dabei helfen, nach einem Unfall wieder Essen und Trinken zu können. Oder sie unterstützen Patienten, die nach einem Schlaganfall das Sprechen wieder erlernen müssen. Dass in der Schweiz genügen Logopädinnen und Logopäden ausgebildet werde ist laut dem DLV vor allem deshalb wichtig, weil dadurch Kosten reduziert werden.

«Eine frühe Therapie minimiert Folgekosten», so der Verband. So würden laut dem Verband Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer Schluckstörung leiden, länger im Spital bleiben als eine Patienten, die eine unbehandelte Schluckstörung haben. Pro Fall entstehen so Mehrkosten von rund 14 000 Franken, rechnet der Verband.