Lockerungen
Endlich wieder «lädele»: Am ersten Tag nach dem Lockdown bilden sich auch mal Schlangen – Geschäfte sind happy

Auch im Kanton Solothurn durften am Montag die Geschäfte nach dem Lockdown wieder öffnen. Das lockte einige Kunden in die Städte.

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Grossaufmarsch in Solothurn zur Laden-Wiedereröffnung.
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Zum Teil bildeten sich lange Schlangen.
Olten: Die Radikal-Liquidationen ziehen Kunden an.
Es sind allerlei Schnäppchen zu machen.
Endlich wieder Kleider im Laden kaufen...
... und anprobieren.
Wo diese beiden Herren einkauften, stellen die Tüten klar.
Die Läden wie z.b. Manor locken mit teils grossen Rabatten
Jetzt heisst es wieder «Offen»: Papeterie Köpfli in Olten
Coop City in Olten.
Es war auch bestes Wetter zum Sonne geniessen.
Chicorée an der Rainstrasse in Grenchen.
Endlich auch wieder Schuhe anprobieren.

Grossaufmarsch in Solothurn zur Laden-Wiedereröffnung.

Hansjörg Sahli

Die Ladeninhaber freuen sich, endlich wieder Kunden bedienen zu dürfen. Und viele nutzten denn am Montag auch die Möglichkeit, wieder «lädele» zu gehen. In Solothurn war einiges los in den Gassen und Geschäften. Die Leute standen teilweise an, um Läden wie den C&A betreten zu dürfen.

Hansjörg Sahli

Schutzmassnahmen konnten gut eingehalten werden

Nadia von Arx von «Lila, schöne Dinge» am Friedhofplatz in Solothurn ist «super happy» mit dem ersten Tag. «Wir hatten viel zu tun, konnten die Schutzmassnahmen aber ohne Probleme einhalten», sagt die Ladeninhaberin. Es seien immer wieder Leute gekommen, die aber gut geschaut hätten, ob überhaupt Platz frei war. «Die neun Wochen Lockdown waren sehr lange.» Und nun gibt es im «Lila» noch viele Winterware, die Platz für Neues machen muss.

Auch bei Carmen Leimer und ihrer «Boutique Olivia» in Grenchen steht eine Wühlbox mit Winterware draussen. Das schöne Wetter sei perfekt für den Start. «Das Geschäft ist gut gelaufen. Wir wurden nicht überrannt, aber das wollen wir ja auch nicht wegen der Schutzmassnahmen.» Sie habe sehr viele positive Reaktionen von Kunden erhalten. «Die Leute haben richtig Lust, wieder einzukaufen.» Leimer freut sich, wenn sie wieder Kunden bedienen kann. «Wir brauchen auch zwingend Einnahmen, damit wir die Rechnungen bezahlen können.»

Kleine Umfrage in Solothurn: Das haben die Kunden gekauft

Einfach Leute wieder «normal» bedienen zu können, das freut Philipp Schluep, Inhaber der Wirth Sport GmbH in Grenchen. «Es ist schon fast komisch, den Leuten nicht mehr sagen zu müssen, dass sie nichts anprobieren dürfen.» Denn in den letzten Wochen durfte Wirth Sport nur noch den Verleih am Laufen halten. Am Montag kamen so viele Kunden, dass Schluep und sein Mitarbeiter nicht dazu kamen, die gelieferte Frühlings- und Sommerware im Büro auszupacken. «Viele sind gekommen und haben das Gespräch gesucht.» Sie hätten auch extra nichts online bestellt und gewartet. «Das tut gut!», meint Philipp Schluep.

Einige Läden hatten noch zu

Auch ein Blick in die Oltner Innenstadt zeigte, dass es am ersten Tag der Lockerungen doch wieder mehr Leute in die Stadt zog. Viele Läden präsentierten auch draussen unter der wärmenden Sonne wieder einen Teil ihrer Ware - Artikel auch, die teilweise vorher temporär nicht verkauft werden durften. Nach einem überaus grosser Ansturm auf die Geschäfte wie etwa nach dem 1. Lockdown im Frühjahr vor einem Jahr schien es allerdings nicht auszusehen.

Verschiedene kleinere, teils auch mittelgrosse Geschäfte hatten zudem am Montag ihren regulären Ruhetag und öffnen erst am Dienstag erstmals wieder ihre Türen für die Kundschaft.

Drang nach Sonne

Ein Teil der heutigen Kundschaft dürfte nicht nur den Lockerungen des Bundesrates, sondern auch dem Drang der Menschen, wieder etwas an der frischen Luft und an der Sonne zu verweilen, zu verdanken sein.

Viele Leute in Olten studierten zwar die Schaufenster, es schien sie aber fast mehr zu den Sitzgelegenheiten in den Parks und etwa vor der Stadtkirche und an der Frühlingssonne zu locken als in die Läden. Denn im Gegensatz zur «Zwangspause» im letzten Frühjahr waren viele Artikel aktuell durchaus beschaffbar.

Bruno Kissling

Zufrieden mit dem Tagesgeschäftsgang war man bei Bonehead, jetzt neu an der Römerstrasse, wo Lederwaren, Oberbekleidung, Schmuck und Accessoires im Angebot stehen. «Vor allem der Nachmittag war ganz in Ordnung», so Verkäuferin Caroline Müller. Eher unter den Erwartungen dagegen blieb der Morgen. Dennoch: «Der erste Auftritt nach dem Lockdown entsprach eigentlich unseren Erwartungen», so die Verkäuferin. (bko/ldu/hub)