Literatur
Kriminalbeamte, Verbrecher und ihre Schöpfer: Das Krimifestival war laut Initianten ein Erfolg

In Grenchen ging am vergangenen Wochenende das erste Krimifestival der Schweiz über die Bühne. Initiant und Autor Christof Gasser zeigt sich zufrieden und plant bereits die nächste Ausgabe: Diese soll 2023 über die Bühne gehen.

Rebekka Balzarini
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Das Krimifestival locket rund 300 Personen nach Grenchen.

Das Krimifestival locket rund 300 Personen nach Grenchen.

Zvg / Grenchner Stadtanzeiger

Das erste Schweizer Krimifestival in Grenchen endete am Samstag mit der erstmaligen Verleihung des Schweizer Krimipreises. Der mit 5000 Franken dotierte erste Preis ging an den Thurgauer Severin Schwendener für sein Werk «Pandemic».

Schwendener schrieb das im September 2020 erschienene Buch nieder, «bevor die Welt in den Würgegriff der Corona-Pandemie geriet», heisst es in der Mitteilung von Krimi Schweiz, dem Verein für Schweizerische Kriminalliteratur. Das Thema sei für die Wahl aber nicht ausschlaggebend gewesen, steht in der Mitteilung weiter. Vielmehr habe Schwendener durch einen «erstklassig entwickelten und plausiblen Plot sowie die präzise Sprache» überzeugt.

Severin Schwendener wurde in Grenchen ausgezeichnet.

Severin Schwendener wurde in Grenchen ausgezeichnet.

Quelle: chmedia

Der mit 3000 Franken bewertete zweite Preis gewann der Neuenburger Autor Fabio Benoit für «L’ivresse des ­flammes», der dritte Preis mit 2000 Franken verdiente sich der Auslandschweizer Joachim B. Schmidt für den Roman «Kalmann».

Initiant des Krimifestivals in Grenchen ist der Autor Christof Gasser aus Oberdorf. Er zeigt sich zwei Tage nach dem Ende des Festivals zufrieden. «Es war ein neuer Versuch. Ein Festival in dieser Form gab es in der Schweiz bisher nicht. Die Stimmung war von Anfang an gut», erzählt er am Telefon. «Wir waren selber beeindruckt, wie gut die Lesungen abliefen. Wir haben das Festival ja als Laien organisiert, als Autoren – und nicht als professionelle Organisatoren».

Rund 300 Personen waren am Wochenende im Parktheater Grenchen zu Gast, um Lesungen und Podiumsdiskussionen zu verfolgen und über Kriminalliteratur zu diskutieren. Im Foyer des Parktheaters war ausserdem ein Buchladen vom Buchhaus «Lühy» in Solothurn und Grenchen eingerichtet worden. Dort konnte das Publikum die Autorinnen und Autoren treffen.

Beliebt war laut der Medienmitteilung des Vereins auch ein Vortrag der Solothurner Kriminalpolizei, der einen Einblick in den Polizeialltag ermöglichte.

Neues Krimiarchiv eingeweiht

Im Rahmen des Festivals weihte der Grenchner Stadtpräsident François Scheid­egger am Samstagmorgen ausserdem das Schweizer Krimiarchiv ein, das sich in einem speziell dafür umgebauten Raum im Untergeschoss der Stadtbibliothek Grenchen befindet.

Nach dem laut Christof Gasser gelungenen Debüt des Festivals soll dieses in den kommenden Jahren weitergeführt werden, erzählt Gasser. Das nächste Festival soll voraussichtlich im Jahr 2023 stattfinden. Bis dahin sollen kleinere Anlässe dafür sorgen, dass Kriminalromane aus der Schweiz in Grenchen eine Plattform erhalten.

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