Nationalratswahlen
Listenmatch à la FDP: Solothurn mit Olten und Grenchen gegen den Rest

Die FDP Kanton Solothurn präsentiert ihre Kandidaten für die Nationalratswahlen wie schon vor vier Jahren regional verteilt auf zwei Listen. Damals war die regionale Verteilung aber anders.

Christian von Arx
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FDP-Präsident Christian Scheuermeyer gratuliert der freisinnigen Ständeratskandidatin Marianne Meister.

FDP-Präsident Christian Scheuermeyer gratuliert der freisinnigen Ständeratskandidatin Marianne Meister.

Bruno Kissling

Bereits bei den Nationalratswahlen 2011 hatte die Solothurner FDP zwei Listen präsentiert und diese regional aufgeteilt. Die eine Liste umfasste die sieben Kandidaturen aus den Amteien Thal-Gäu/Olten-Gösgen/Dorneck-Thierstein, also aus dem unteren Kantonsteil und dem Schwarzbubenland. Auf der zweiten Listen waren sieben Kandidaten aus dem oberen Kantonsteil, also aus den Amteien Solothurn-Lebern und Bucheggberg-Wasseramt. Als Wahlergebnis resultierte ein relativ knapper Vorsprung des oberen Kantonsteils (mit Kurt Fluri).

Auch die SP des Kantons Solothurn stellte 2011 zwei Listen und entschied sich für die genau gleiche Aufteilung des Kantons Solothurn (oberer Kantonsteil gegen unterer Kantonsteil und Schwarzbubenland); anders als bei der FDP machte dabei die Liste unterer Kantonsteil/Schwarzbubenland (mit Bea Heim) mehr Stimmen.

Die Grünen wiederum teilten 2011 für ihre zwei Listen das Schwarzbubenland dem oberen Kantonsteil zu, was bei der Stimmenzahl erwartungsgemäss zu dem von der Partei offenbar bewusst angestrebten krassen Ungleichgewicht des oberen Kantonsteils (mit Brigit Wyss) führte.

Warum setzt die FDP diesmal nicht mehr auf die naheliegende regionale Verteilung von 2011? «Erstens waren es gar nicht sechs Kandidaturen aus dem unteren Kantonsteil und dem Schwarzbubenland», erklärt Parteipräsident Christian Scheuermeyer auf Anfrage, «und eine einzelne Kandidatur in die andere Region verpflanzen wollten wir nicht. Und zweitens wollten wir bewusst die zwei Zugpferde Marianne Meister und Kurt Fluri auf die zwei Listen verteilen».

Die Listengestaltung hat die FDP-Geschäftsleitung beschlossen. Kurt Fluri und Peter Hodel, die der Geschäftsleitung als Nationalrat und Fraktionspräsident im Kantonsrat angehören, wirkten dabei nicht mit, da sie selber Kandidaten sind.

Verschiedene Varianten diskutiert

Eine Liste mit dem bisherigen Nationalrat Kurt Fluri (Solothurn) und eine mit der Ständeratskandidatin Marianne Meister (Messen): Diese Vorgabe hatte die freisinnige Delegiertenversammlung Ende März für die Aufteilung der zwei Nationalratslisten abgesegnet. Jetzt hat die FDP-Geschäftsleitung entschieden, wie die zehn übrigen Kandidaturen auf die Listen gesetzt werden.

Die beiden Listen

Auf der ersten Liste figurieren (in alphabetischer Reihenfolge) Kurt Fluri (Solothurn, bisher), Peter Hodel (Schönenwerd), Alexander Kohli (Grenchen), Anita Panzer (Feldbrunnen), Marc Thommen (Hägendorf) und Urs Unterlerchner (Solothurn).

Auf der zweiten Liste finden sich Karin Büttler (Laupersdorf), Marianne Meister (Messen), Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil), Christian Thalmann (Breitenbach), Kuno Tschumi (Derendingen) und Mark Winkler (Witterswil).

Die «Liste Fluri» enthält die sechs Kandidaturen aus den Amteien Solothurn-Lebern und Olten-Gösgen; auf der «Liste Meister» sind die sechs Kandidaturen aus Bucheggberg-Wasseramt, Thal-Gäu und Dorneck-Thierstein.

In der Medienmitteilung vom Mittwoch werden Kurt Fluri und Marianne Meister als «Spitzenkandidat» und «Zugpferd» bezeichnet. Für die Verteilung der anderen zehn Kandidaten seien verschiedene taktische Varianten diskutiert worden. Für die beschlossene regionale Aufteilung werden mehrere Vorteile angeführt: «So decken die beiden Listen je ungefähr die Hälfte der Kantonsbevölkerung ab. Im Weiteren sind die Frauen auf beiden Listen vertreten. Und schliesslich bilden die Amteien eine für die Wählerschaft nachvollziehbare Einheit.»