Nationale Wahlen
Levrat in Grenchen: «FDP und CVP sind zu Satelliten der Volkspartei geworden»

Der Wahlkampf läuft: Nach SVP-Präsident Toni Brunner am Donnerstag kam am Samstag auch SP-Präsident Levrat in den Kanton Solothurn. Er sprach an der Nominationsversammlung der kantonalen SP in Grenchen.

Lucien Fluri
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Geisselte alle anderen grossen Parteien: Christian Levrat.

Geisselte alle anderen grossen Parteien: Christian Levrat.

Tina Dauwalder

Die Vorboten der Wahlen im Herbst sind bereits jetzt spürbar: Nationale Polit-Schwergewichte touren derzeit für die Nominationsversammlungen der Solothurner Parteien durch den Kanton. Am Donnerstag reiste SVP-Präsident Toni Brunner zu seinen Delegierten nach Däniken, am kommenden Dienstag kommt Philipp Müller zur Solothurner FDP-Sektion nach Messen. Am Samstag besuchte SP-Parteipräsident Christian Levrat seine Genossen in Grenchen, um sie auf den Wahlkampf 2015 einzuschwören. «Wir gegen alle» war die Devise, die Levrat seiner SP einbläute.

Gar nicht gefiel dem Freiburger Ständerat Levrat, dass sich die Präsidenten von FDP, CVP und SVP am Freitag in Bern auf ein «Massnahmenpaket zur Stärkung des Standorts Schweiz» geeinigt hatten. Der Präsident der SP Schweiz und Freiburger Ständerat kritisierte nicht nur das Paket als wenig sinnvoll. Insbesondere kritisierte er, dass die Mitteparteien mit der SVP zusammenspannen. «Die Masken sind gefallen. In einer Zeit, in der sich die SVP massiv radikalisiert hat, haben CVP und FDP nichts Besseres gewusst, als sich mit der SVP zusammenzuschliessen.»

CVP und FDP seien einer Vorladung von Toni Brunner gefolgt und hätten sich zu Satelliten der Volkspartei gemacht. «Für die FDP ist das ein nackter Verrat am historischen Erbe des Freisinns», so Levrat. Wolle die SVP doch nicht nur die Menschenrechte abschaffen, sondern habe der Schweiz mit ihrer Abschottung auch geschadet. «Wir sind alleine, um Paroli zu bieten. Die Schweiz, die Flüchtlinge im Meer ertrinken lässt, ist nicht unsere Schweiz.»

Zudem nominierte die SP auf ihren zwei Stammlisten acht Kandidaten und vier Kandidatinnen für den Nationalrat. Erstmals haben die Delegierten für eine Liste 60+ nominiert. Ständerat Roberto Zanetti wurde mit stehenden Ovationen für eine weitere Legislatur ins Rennen geschickt.

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