Bettlach
Leiterin Wirtschaftsförderung zu Zentrum: «Natürlich sind wir ein wenig stolz»

In Bettlach entsteht ein Zentrum für Medizinaltechnik-Anwendungen. Laut der Leiterin der Wirtschaftsförderung Kanton Solothurn Sarah Koch passt es perfekt in den Kanton.

Urs Mathys
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Sarah Koch, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurn.

Sarah Koch, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurn.

michelluethi.ch

Wie beurteilen Sie die Ansiedlung dieses Technologietransferzentrums in Bettlach für den Wirtschaftsstandort Solothurn?

Sarah Koch: Wir sind überzeugt davon, dass das geplante Zentrum – als Teil des Aktionsplans Digitalisierung des Bundes – perfekt in den Kanton Solothurn passt. Und natürlich macht es uns ein wenig stolz, dass das erste von insgesamt zwölf Technologiezentren in der Schweiz bei uns aufgebaut und betrieben wird. Es ist eine grosse Chance für die Solothurner Unternehmen, sie haben damit einen einfachen Zugang zu einer neuen Technologie und können damit Hürden im Wettbewerb im Bereich 3D/additive Fertigung abbauen.

Wie wichtig ist die 3D-Drucktechnologie aus Sicht der Solothurner Wirtschaft?

Die Individualisierung gilt als Megatrend. Individualisierte Produkte, bzw. Massanfertigungen werden vermehrt nachgefragt und treiben so die Digitalisierung der industriellen Produktion voran – Stichwort Industrie 4.0. Hier wird die 3D-Druck-Technologie zur Anwendung kommen. Diese innovative Technologie breitet sich in der Wirtschaft immer weiter aus. Anwendung findet sie insbesondere im Bereich der Medtech, daneben aber auch in der Uhren-, Luftfahrt-, Automobil-, Maschinen- und Elektroindustrie. Der Kanton Solothurn hat in der Medizintechnik, Präzisionsindustrie und Metallverarbeitung besondere Stärken. Es ist wichtig, dass die Unternehmen den technologischen Sprung schaffen und die neue Technik anwenden können.

Wie können die hiesigen Firmen profitieren?

«Innovationsförderung und Wachstumsimpulse» hat der Regierungsrat in seiner kürzlich verabschiedeten Standortstrategie 2030 als eines von sieben Handlungsfeldern evaluiert. Er setzt sich dabei zum Ziel, dass die Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft verbessert wird. Das Technologietransferzentrum bringt Forschung und Industrie bestmöglich zusammen. Die Unternehmen erhalten einen einfachen Zugang zu Wissen und Technologie. Diese Initiative stärkt damit unsere Unternehmen und deren Innovationsfähigkeit. Nur wenn die Unternehmen ihre Prozesse und Produkte stetig weiterentwickeln, bleiben sie wettbewerbsfähig. Wenn neues technisches Wissen oder Geschäftsbereiche am Standort aufgebaut werden, könnte dies wiederum zu Verlagerungen in die Schweiz führen. So bleibt das Know-how hier, ebenso die Ausbildung der Mitarbeiter.

Wie konkret unterstützt der Kanton den Aufbau dieses Zentrums?

Der Kanton Solothurn unterstützt dieses Projekt im Bereich der Kommunikation und mit dem gesamten Netzwerk der Solothurner Unternehmen. Wir dienen daher insbesondere als Multiplikator. Eine finanzielle Unterstützung gibt es nicht. Wir übernehmen nur die Kosten für die Lokalität für die Start-Veranstaltung vom Dienstag in Solothurn.