Solothurner Regierung

Leinenpflicht wird zeitlich doch ausgedehnt – räumlich aber nicht

Wer ausserhalb des Waldes unterwegs ist, für den soll die Leinenpflicht nicht gelten.

Wer ausserhalb des Waldes unterwegs ist, für den soll die Leinenpflicht nicht gelten.

Nach dem Veto des Kantonsrates hat die Regierung die Totalrevision der Jagdverordnung überarbeitet. Sie verzichtet auf die vorgesehene Ausdehnung der Leinenpflicht ausserhalb des Waldes. Auf den vier Monaten beharrt sie jedoch.

Im Rahmen der Totalrevision der Jagdverordnung wollte der Regierungsrat die Hundeverordnung ändern. Neu sollte im Wald und auf einem 100 Meter breiten Streifen ausserhalb des Waldes vom 1. April bis zum 31. Juli eine generelle Leinenpflicht für Hunde. Gegen die Ausdehnung der Leinenpflicht auf einen Streifen ausserhalb des Waldes wurde das Veto ergriffen, welches der Kantonsrat am 5. September 2017 bestätigt hat.

Nun legt die Regierung eine neue Vorlage vor. Darin wird auf die räumliche Ausdehnung der Leinenpflicht auf einen 100 Meter breiten Streifen ausserhalb des Waldes verzichtet, wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heisst. «Die räumliche Ausdehnung hätte zwar geholfen, den Schutz des Wildes im Bereich des Waldrandes zu stärken. Der Vollzug dieser Vorschrift hätte jedoch möglicherweise eine echte Herausforderung dargestellt», schreibt die Regierung.

An der zeitlichen Ausdehnung der Leinenpflicht vom 1. April bis zum 31. Juli hält der Regierungsrat hingegen fest. Heute gilt die Leinenpflicht vom 1. Mai bis zum 30. Juni. Da die Setz- und Brutzeit vieler Wildtiere jedoch in die Periode von April bis Juli fällt, wird die zeitliche Ausdehnung «als sehr sinnvoll» angesehen. «Der Regierungsrat ist im Sinne von § 17 des Jagdgesetzes dem Schutz der Wildtiere verpflichtet», wird betont.

Mit der zeitlichen Ausdehnung der Leinenpflicht erfolge ausserdem eine Harmonisierung mit den Nachbarkantonen Aargau und Basel-Landschaft. «Das Ausführen von Hunden in Nachbarkantonen, der sogenennte ‹Hundetourismus›, wird dadurch vermieden», so die Regierung. (sks/ldu)

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