Gault Millau
«Leider war das Brot eiskalt»: So bewerten die Tester die Restaurants

Die Restauranttester des «Gault Millau» haben bei den besten Betrieben des Kantons Solothurn viel zu loben. Es gibt aber auch einiges zu bemängeln.

Drucken
Teilen
22 Restaurants aus dem Kanton Solothurn sind im «Gault Millau» 2016 vertreten.

22 Restaurants aus dem Kanton Solothurn sind im «Gault Millau» 2016 vertreten.

Siggi Bucher

Die für den «Gault Millau» im Einsatz stehenden Tester bestellen, was sie gelüstet. Gebratenen Fisch, Spargeln, Kaninchenfilet, Froschschenkeln. Auf den Karten der exquisiten Restaurants lassen sich spezielle Kombinationen finden. Auf die Neuerfindung der Speisen wird geachtet.

Alles fliesst in die Bewertung ein. Die Karte, das Essen, die Bedienung, das Weinangebot... Da kommen einige Kommentare zusammen, die im 568-seitigen «Gault Millau»-Führer abgedruckt werden. «Als Vorspeise spielten eine gebratene Dorade royale, Spargeln und Senfglace gekonnt mit einer interessanten Geschmackskombination und Temperaturkontrasten», ist nur eine der meist blumigen Umschreibungen der Speisen. Die Rede ist von der 14-Punkte-Küche des «Chappeli» in Grenchen.

Der «Grenchner Hof» konnte die Tester «trotz guten Ansätzen nicht auf der ganzen Linie überzeugen». Attestiert werden à la carte Gerichte von Format und exzellente Weinbegleitung zu jedem Gang, doch auch Schwachstellen. Die Rucolaterrine, die die schmackhafte Maispoulardenbrust begleitete, sei fad gewesen; die frischen Tagliatelle mit Bärlauch ohne jegliches Aroma.

«Heftig in die Nase» stieg dagegen das Bärlauchpesto von Spitzenkoch Arno Sgier («Traube», Trimbach). Die Tester hatten aber nichts daran auszusetzen. Im Gegenteil, denn die Pesto habe verblüffend gut zum Seeteufel gepasst.

In der Seerose Bolken fiel den Testern den Auszubildenden Severino auf, der «im Service ein echter Glücksgriff» sei. Im «Kreuz» in Obergösgen - mit 14-Punkten ein Aufsteiger - wird der Service als charmant beschrieben. Herbert und Katharina Balz-Michel würden ausserdem mit tadelloser Zubereitung der Gerichte überzeugen. «Wo findet man noch einen Chàteau Mouton Rothschild 1992 für 175 Franken», wird gefragt.

Im anderen «Kreuz» in Egerkingen werden Irmgard und Louis Bischofsberger auf der kulinarischen Landkarte des Mittellandes als «Institution» bezeichnet. Die Qualität sei stabil, die Gastfreundschaft werde gelebt und das Engagement für Lehrlinge sei hoch. Der Kartoffelstock, den die Tester probierten, «war so sämig wie bei der Grossmutter». Das Serviceteam wird hier als sympathisch bezeichnet, die Preise für den Wein aber als zu hoch. «Die Kalkulation würde leider in eine teure Stadt passen.»

Der Weinkeller in der Hessigkofer «Taverna Romana im Sternen» soll der Weinkeller hingegen «grandios» sein. «So ein Lokal, mit Leidenschaft betrieben, funktioniert sogar in einem 270-Seelen-Weiler auf dem Land», meinen die Tester. Sie können lediglich nicht nachvollziehen, weshalb Fisch und Fleischmenüs nicht mischen kann.

Zu kalt war den testenden Essern auch das Duo von marinierten Spargeln im Parmaschinkenmantel im «Hotel Storchen» in Schönenwerd. Und der Tarte Tatin fehlte das Wichtigste einer Tarte Tatin. Sie war nicht gestürzt worden.

Dem «Salzhaus» in Solothurn wird Steigerungspotential beim Service geortet. «Die Boys und Girls sind alle sehr charmant, aber nicht immer aufmerksam».

Und bei der «Eintracht» in Kestenholz (14 Punkte) bemängeln die Tester ganz einfach: «Leider war das Brot eiskalt». (ldu)

Aktuelle Nachrichten