Schulleiter
Lehrer und Schulleiter beenden Streit um Sparvorschläge

Adrian van der Floe hatte als Präsident des Verbandes der Schulleiterinnen und Schulleiter Solothurn ein bewegtes Jahr hinter sich. Der Streit zwischen den Lehrern und dem Vorstand des Verbandes konnte aber mittlerweile wieder beigelegt werden.

Christoph Neuenschwander
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Adrian van der Floe

Adrian van der Floe

Christoph Neuenschwander

Für Adrian van der Floe steht mittlerweile fest: Den Schulleiter als solches gibt es nicht. Je nach Schule und Pensum müsse man verschiedenste Aufgaben wahrnehmen, es sei manchmal schwer, die eigene Rolle zu finden, und oft sei man das «Fleisch im Sandwich» zwischen Verwaltung und Lehrerschaft.

Es ist das Fazit eines Mannes, der auf ein bewegtes erstes Jahr als Präsident des Verbandes der Schulleiterinnen und Schulleiter Solothurn (VSL SO) zurückblickt. An der Mitgliederversammlung des Verbandes erntete er einen kräftigen Applaus für dieses erste Jahr. Besonders galt der Applaus aber dem Umstand, dass van der Floe die Wogen wieder glätten konnte, an deren Entstehung er, zugegebenermassen, nicht unbeteiligt gewesen war.

Entrüstung um Stellungnahme

Ende Oktober 2012 hatte der Vorstand des VSL SO ein Schreiben an den Kantonsrat geschickt, das einen Zwist nicht nur zwischen Schulleiter-Verband und dem Solothurner Lehrerverband (LSO), sondern auch zwischen dem Vorstand des VSL SO und seiner Basis - dem Verband gehören immerhin exakt 100 Schulleiter an - auslöste (wir berichteten). Anlass für das Schreiben war das regierungsrätliche Massnahmenpaket zur Sanierung des Staatshaushaltes gewesen, das auch Sparübungen im Bereich der Volksschule vorgesehen hatte.

Der VSL SO hatte bereits im August gemeinsam mit dem LSO eine Stellungnahme zum Massnahmenpaket ausgearbeitet, der Vorstand entschied sich im Oktober aber zu diesem zweiten Schreiben, «weil wir gemerkt haben, dass der Kantonsrat einfach mal wissen will, wo es denn Sparmöglichkeiten gäbe», erklärt Adrian van der Floe auf Anfrage. «Wir haben sozusagen laut gedacht. «Wenn man sparen will, muss man halt den Gesamtarbeitsvertrag anschauen, denn die meisten Ausgaben verursachen die Personalkosten», so van der Floe. «Aber wir sind natürlich nicht grundsätzlich gegen den GAV. Das wurde vom LSO falsch verstanden und sorgte für grosse Entrüstung.»

Der LSO ging auf die Barrikaden, weil die Lehrer um ihre Arbeitsbedingungen fürchteten; die Basis des Schulleiter-Verbandes war verärgert, weil sie vom Vorstand nicht einbezogen wurde - und weil aufgrund der unterschiedlichen Aufgabengebiete und Anstellungsverhältnisse der Solothurner Schulleiter das Schreiben auch nicht im Sinne aller Mitglieder des VSL SO war.

Konsequenzen gezogen

Der Vorstand handelte rasch und begrub das Kriegsbeil, indem er am 4. Dezember in einer Aussprache mit dem LSO sechs Vereinbarungen traf. Darin heisst es etwa, dass der VSL SO nicht beabsichtige, «die Anstellungsbedingungen der Volksschullehrpersonen zu verschlechtern», und dass der LSO seinerseits «seine Kampfansage zurückzieht und bereit ist, weiterhin mit dem VSL zusammenzuarbeiten.» Für van der Floe gehen die Konsequenzen, die aus dem Streit zu ziehen sind, aber weiter. Am 13. Dezember traf sich der Vorstand mit den Schulleitern und besprach, wie die Kommunikation mit der Basis künftig verbessert werden kann. «Es ist unser Interesse, alle Schulleiter ins Boot zu holen.»

Im Weiteren will der Vorstand dieses Jahr die Ressortstruktur überarbeiten. Die Aufgaben im Vorstand sind erst seit einem Jahr in Ressorts aufgeteilt. Diese sollen nun klarer definiert und voneinander abgegrenzt werden.