Justizvollzugsanstalt Solothurn
Leblos in Zelle gefunden: Häftling starb, weil er sich verschluckte

Im Mai wurde ein Insasse der JVA Solothurn leblos in seiner Zelle gefunden. Ein Gutachten kam zum Schluss, dass eine strafbare Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden kann. Der an Schluckbeschwerden leidende Mann hatte sich beim Essen verschluckt.

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Die Justizvollzugsanstalt Solothurn

Die Justizvollzugsanstalt Solothurn

Solothurner Zeitung

Am 29. Mai, einem Sonntagabend, ist in einer Zelle der Justizvollzugsanstalt Solothurn in Deitingen zirka um 18 Uhr ein Häftling leblos in seiner Zelle aufgefunden worden und trotz sofort eingeleiteter Reanimationsversuche gestorben.

Nun teilt die Solothurner Staatsanwaltschaft mit, dass die Untersuchungen im Fall des 51-jährigen Mannes, der aus Nigeria stammte, abgeschlossen sind. «Es fanden sich keine Hinweise auf eine strafbare Fremdeinwirkung», schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung.

«Die Abklärungen haben ergeben, dass der Mann an den Folgen eines Unfalls verstorben ist.»
Das durch das Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern erstellte Gutachten sei zum Schluss gekommen, «dass sich der an Schluckbeschwerden leidende Mann beim Essen verschluckt hatte. Eine strafbare Dritteinwirkung kann ausgeschlossen werden.» Die Staatsanwaltschaft verzicht daher auf die Eröffnung eines Strafverfahrens.

Freiwillig alleine in der Zelle

Bleibt die Frage, warum ein Mann, von dem man wusste, dass er Schwierigkeiten mit dem Schlucken hatte, beim Essen alleine in seiner Zelle sass. «Wir versuchen, so weit das möglich ist, den Strafvollzug in Gruppen durchzuführen», sagt dazu Pablo Loosli, der Direktor der Justizvollzugsanstalt Solothurn. «Grundsätzlich wird niemand dazu gezwungen, alleine zu essen.»

Das sei auch bei diesem Gefangenen so gewesen. Detaillierte Angaben dürfe er aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes zum tragischen Unfall nicht machen. Der Direktor der Justizvollzugsanstalt Solothurn betont auch, dass in jeder Zelle eine Gegensprechanlage installiert wurde, mit der die inhaftierte Personen einen Notruf absenden und rasche Hilfe anfordern kann. (hps)