Lebenserwartung
Rüstiger als der Rest: Lebenserwartung der Solothurnerinnen ist gestiegen, im Gegensatz zum schweizweiten Trend

Der Pandemie zum Trotz: Die Frauen im Kanton Solothurn haben letztes Jahr statistisch keine Lebenszeit verloren – im Gegenteil.

Daniela Deck
Drucken
Teilen
Die Frauen im Kanton Solothurn haben statistisch gesehen nichts an Lebenserwartung eingebüsst letztes Jahr.

Die Frauen im Kanton Solothurn haben statistisch gesehen nichts an Lebenserwartung eingebüsst letztes Jahr.

Nicole Nars-Zimmer

Landesweit ist die Lebenserwartung bei der Geburt letztes Jahr gesunken. Nicht so im Kanton Solothurn. Die Frauen zeigen mit plus 0,1 Lebensjahren im Vergleich zu 2019 Widerstandskraft, während die Männer mit 1,7 Jahren dem Trend folgen. Das lässt sich den Analysen des Bundesamts für Statistik entnehmen.

Die leichte Zunahme der Lebenserwartung bei den Frauen, von 84,9 auf 85 Jahre, kann Zufall sein. Denn die Zunahme sei zu gering, um signifikant zu sein. Das schreibt das Bundesamt auf Anfrage. Diese Einschätzung macht die Zahlen nicht weniger erfreulich. Schon die Tatsache, dass die Lebenserwartung der Frauen nicht gesunken ist, verdient Beachtung. Ein Plus an Lebenszeit verbuchten im ersten Pandemiejahr bei den Frauen nur sechs Kantone (bei den Männern waren es mit Nidwalden und Glarus zwei).

Betrachtet man die Lebenserwartung der Solothurner Frauen im Alter von 65 Jahren, resultiert ebenfalls ein leichtes Plus von 0,1 Jahren. Bei dieser Betrachtung kann nur Glarus mithalten (+0,6 Jahre). Das zeigt, dass die Frauen im Kanton Solothurn das erste Pandemiejahr besser gemeistert haben als erwartet.

Im Gegensatz zu den Frauen sei die Veränderung der Lebenserwartung bei den Männern im Kanton signifikant, so das Bundesamt für Statistik. Bei der Geburt betrachtet ist die Lebensspanne der Männer von 82,4 auf 80,7 Jahre geschrumpft. National gesehen bewegen sich die Männer damit im Mittelfeld. Betrachtet man die Lebenserwartung der Männer im Alter von 65 Jahren, so resultiert ein Minus von 1,3 Jahren.

Allgemein lässt sich zur Lebenserwartung sagen, dass die Frauen zwischen Olten und Grenchen in den letzten 50 Jahren vom hintersten Fünftel ins Mittelfeld vorgestossen sind. 1970 betrug ihre Lebenserwartung bei Geburt knapp 74 Jahre, im Jahr 2000 waren es knapp 83 Jahre. Das lässt sich der Zusammenstellung «Regionale Unterschiede bei der Lebenserwartung zwischen 1970 und 2000» entnehmen.

Im Thal-Gäu sowie am Juranordfuss lag die Lebenserwartung der Frauen 1970 einige Monate höher als in den Agglomerationen, zur Jahrtausendwende lassen sich zwischen Stadt und Land keine Unterschiede mehr ausmachen.

Relativiert wird diese Feststellung allerdings durch die Tatsache, dass in dieser Studie für die Männer ausserhalb der Agglomerationen 1970 mangels Daten keine gesicherte Aussage möglich ist. Basierend auf den verfügbaren Daten bewegten sich die Solothurner Männer gemessen am Rest des Landes bei der Lebenserwartung bei Geburt im Mittelfeld: 1970 knapp 71 Jahre und 2000 knapp 76 Jahre (Agglomerationen), respektive knapp 77 Jahre (restlicher Kanton).

Aktuelle Nachrichten