Lehrmittelkosten

Laptops, Tablets und Notebooks: Müssen Kantischüler bald mehr bezahlen?

Schüler ab dem 12. Schuljahr müssen selber für die Kosten ihres Schulmaterials aufkommen. Dazu gehören neu auch Tablets und Notebooks. (Symbolbild)

Schüler ab dem 12. Schuljahr müssen selber für die Kosten ihres Schulmaterials aufkommen. Dazu gehören neu auch Tablets und Notebooks. (Symbolbild)

Die Solothurner Regierung will, dass Kantonsschüler ab dem 12. Schuljahr Notebooks und Tablets selber bezahlen.

Im Regierungsratsbeschluss vom 30. April steht es Schwarz auf Weiss: «Schülerinnen und Schüler tragen die Kosten für die Lehrmittel.» Darunter fallen neu auch elektronische Arbeitsinstrumente, sprich Notebooks, Tablets und Laptops. Führt die Digitalisierung nun dazu, dass Schüler der Kantonsschule in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen?

Laut Liliane Buchmeier vom Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen ist das nicht der Fall. Zwar arbeiten die Schüler mit elektronischen Geräten, «diese werden aber während der obligatorischen Schulzeit kostenlos zur Verfügung gestellt». Während der Sekundarschule P und des ersten Gymnasialjahres, also bis zum 12. Schuljahr, sind Kantonsschüler nicht von diesem Beschluss betroffen.

Nach 11. Schuljahr wird’s teuer

Anders sieht es für Schüler ab dem 12. Schuljahr aus. Diese müssen – wie bisher – selber für die Kosten ihres Schulmaterials aufkommen. Darunter fallen neu auch die Kosten für Laptops, Tablets und Notebooks. Da stellt sich die Frage: Werden dadurch die Lehrmittelkosten für Schüler, beziehungsweise deren Eltern, nicht viel höher ausfallen?

Liliane Buchmeier dementiert: «Wir gehen insgesamt nicht von einer Erhöhung der Kosten aus.» Durch die elektronischen Geräte bezahlen Schüler weniger für Wörterbücher und Übungsblätter in Papierform, ist Buchmeier überzeugt. Zudem seien an der Kantonsschule schon vor der Totalrevision dieser Verordnung vermehrt Laptops und Tablets zum Einsatz gekommen. Als Beispiel nennt sie die Maturaarbeit. «Diese mussten Schüler schon vorher elektronisch erstellen.»

Gleiche Chancen für alle

Wörterbücher und andere Lehrmittel in Papierform lassen sich weitergeben; was zum Beispiel für eine Familie mit mehreren Kindern von Vorteil sein kann. Elektronische Geräte müssen hingegen für jedes Kind einzeln besorgt werden, was Eltern mit weniger Einkommen in finanzielle Schwierigkeiten bringen könnte. Missachtet dieser Beschluss des Regierungsrates gar den Grundsatz der Chancengleichheit an der Solothurner Kantonsschule?

«Nein», sagt Liliane Buchmeier nachdrücklich. Da diese Kosten nach der obligatorischen Schulzeit anfallen, können Schüler, welche durch diese Anschaffungen in finanzielle Schwierigkeiten kommen, Stipendien beantragen.

Und wenn alle Stricke reissen, gibt es immer noch die ebenfalls in der Verordnung festgehaltene Härtefallklausel. Diese besagt, dass die Schulleitung auf Gesuch hin die Kostenbeiträge und Gebühren teilweise – oder sogar ganz – erlassen kann. Der Kantonsrat kann gegen diesen Beschluss bis zum 29. Juni das Veto einlegen.

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