Zugefroren

Langsam bildet sich die Eisdecke auf den Gewässern

Dank der niedrigen Temperaturen besteht die Hoffnung auf ein Natureiserlebnis zu Fuss oder mit Schlittschuhen.

Früher, da konnte man jeden Winter auf Natureis Schlittschuh laufen – heute sind vereiste, betretbare Gewässer eine Seltenheit. Letzten Winter gefror kaum ein See in der Region, jetzt scheint die Lage aber «eisiger».

Der Bellacherweiher ist bereits zugefroren, «betretbar ist das Eis nicht», sagt Thomas Stöckli, zuständig für den Weiher. Die Eisschicht habe eine Dicke von zirka fünf Zentimetern und sei voller Löcher, die von den rund fünf am Weiher lebenden Bibern gemacht wurden. «Auch wenn die Temperaturen weiterhin niedrig bleiben, wird es wegen der Biber schwierig, den Weiher zu betreten», teilt Stöckli mit.

Der Inkwilersee liegt ebenfalls unter einer dünnen Eisschicht – das Betreten scheint nicht empfehlenswert. Seit rund zwei Wochen gibt es auch auf dem Burgäschisee ein Eismantel. «Zum Schlittschuhlaufen wird dies aber wohl nicht reichen», betont Daniel Luterbacher, Präsident Burgsee Verein Burgäschi.

Die Dicke des Eises sei nicht überall ausreichend, um viele Menschen zu tragen und den Kräften der Schlittschuhe Widerstand zu leisten. Zudem sei die Oberfläche nicht ebenmässig und teilweise verschneit. «Wenn es jetzt wieder wärmer wird und das Eis etwas auftaut, sofort danach aber wieder kalt wird, könnte es mit Schlittschuhlaufen auf dem See eventuell klappen.» Die perfekte Eisfläche entstehe aber nur dann, wenn auf die Gefrierzeit kein Niederschlag folgt, erklärt Luterbacher.

Niemand gibt die Eisflächen frei

Das Betreten oder Befahren der gefrorenen kantonalen Gewässer geschieht auf eigene Gefahr. «Wenn man in der Nähe eines Sees wohnt, kann man die Eisbildung ständig beobachten», man wisse dann, in welchen Bereichen eines Sees das Eis betreten werden könne, erklärt Daniel Luterbacher. Doch sobald Einer aufs Eis hinaus geht, denken die anderen Personen, es sei «freigegeben». Folglich spazieren oder fahren sie fröhlich auf dem See herum, obwohl keine Messung vorgenommen wurde.

«Niemand ist für das Freigeben von vereisten Gewässern zuständig», bestätigt auch Gabriel Zenklusen, stellvertretender Amtschef für Umwelt. «Vielleicht könnten Freiwillige eine solche Arbeit übernehmen, aber kantonal ist dies nicht geregelt», sagt Zenklusen. Das Betreten eines gefrorenen Gewässers sei wie das Schwimmen: Alles auf eigene Gefahr. Die Verantwortung, die eine Institution für die Gewässerfreigabe übernehmen müsste, wäre enorm.

Wenn sich im jetzigen Zustand ein Unfall ereigne, könne niemand beschuldigt werden. «Richtig gefährlich ist das Einbrechen und Hineinfallen in einen See nicht», sagt Luterbacher. Das Herauskommen sei zwar schwierig, aber durchaus möglich. Äusserst gefährlich ist hingegen das Einbrechen in einen gefrorenen Fluss. Auch unter dem Eismantel fliesst das Flusswasser weiter. Wer hineinstürzt, wird unter der Eisschicht von der Strömung mitgezogen – ein Herauskommen ist also schwierig.

Natureis auf dem Pausenplatz

Wer sich lieber im geschützten Rahmen auf Natureis bewegen möchte, könnte momentan auf dem Schulhausplatz in Messen die Natureisbahn benutzen. Am vergangenen Mittwoch wurde die Natureisbahn erstmals geöffnet. «Jetzt konnten wir Wasser spritzen», sagt Jürg Lüthi, Verantwortlicher für die Natureisbahn Messen. Mindestens eine Woche lang müssen ständig Minustemperaturen herrschen.

Die Wasserschicht benötige zwei Tage, um fürs Schlittschuhlaufen geeignet zu sein, erklärt Lüthi. Die Dicke der Eisschicht beträgt lediglich zwei bis drei Zentimeter, mehr brauche es nicht. Einen grossen Aufwand für etwas, das schnell wegschmilzt. Die Gemeinde Messen finanziert die Natureisbahn. «Die Jugendlichen helfen beim Aufstellen mit und freuen sich an der Bahn», unterstreicht Lüthi, «finanziell rentabel ist es nicht».

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