Die Bands unterscheiden sich im Prinzip durch den Ausbildungsstand der Teilnehmer. Die Leitung der (jüngeren) B-Band wurde diesmal Jan Müller übertragen. Der dreifache Master und mehrfach ausgezeichnete junge Musiker fand über das Euphonium den Weg zum gesuchten Dirigenten.

Dass er nach seinem Dirigat der B-Band zum Euphonium griff und in der A-Band mitspielte, zeigt seine Einstellung. Was er werden könnte, ist Frédéric Théodoloz bereits – eine internationale Grösse, weit über die Brass-Band-Szene hinaus. Er konnte für die Leitung der A-Band gewonnen werden.

Zwischen Norwegen und Afrika

Den Auftakt machten die Jüngeren. Bereits mit dem Eröffnungstitel «At Henry’s Table» wusste die B-Band zu gefallen. Das tat sie auch bei «Ejala», zu dem sich der Norweger Jan Magne Forde mit Jahrgang 1962 durch Musik aus Afrika inspirieren liess.

Dabei konnte sich die (fast) ganze Band zwischenzeitlich als Chor profilieren. Auch zwei Soli ermöglichte dieses gefällige Werk. Erst war es der Principal-Kornettist und danach die Flügelhornistin. Überzeugt hat die B-Band auch mit ihrem Hauptwerk «The Journal of Phileas Fogg» von Peter Graham. Sie war auch für die Zugabe «Battare Prosciutto» noch fit.

Die Selbstsicherheit nicht erst suchen zu müssen, vermittelte die A-Band mit ihrem Eröffnungstitel. An der oberen Grenze der passenden Lautstärke pfefferte sie «Introduction» des Norwegers Torstein Aagaard-Nilsen in den Saal – sicher und überzeugend.

Ganz anders, nämlich mit viel Gefühl und sogar einem spürbaren Hauch von Sentimentalität klang später das Luc-Vertommen-Arrangement von Josef Rheinbergers «Abendlied». Präsent und überzeugend setzte sie auch ihr Hauptwerk «Psalma and Allelias» von Philip Wilby auf die Bühne.

Als Wettbewerbsstück lässt es zeitweise die verschiedensten Instrumente etwas in den Vordergrund rücken. Nach Heris «Il Consiglio» als erste brachte die Band «Phoenix Rising» von Tom Davoren als zweite Zugabe.

Nach einer Tradition findet jeweils im Lager ein interner Wettbewerb statt. Dabei wird ermittelt, wer aus der A-Band seinen bereits ins Lager mitgebrachten Solovortrag beim Konzert dem Publikum präsentieren darf. Das ist zwar meist wirklich ein von der Band begleitetes Solo. Diesmal begleitete die Band ein Duett zweier Musikantinnen aus Aedermannsdorf.

Lisa Altermatt (Bariton) und Ursula Stampfli (Flügelhorn) haben sich mit einer Bearbeitung von «Träne» von Florian Ast durchgesetzt. Den beiden gelang mit ihrer nicht ganz alltäglichen Kombination beste Werbung für sich und ihre Instrumente, auch dank perfekter Begleitung.

Der Star: das Marimbafon

Eine weitere Tradition ist der Solovortrag einer der beim Lager eingesetzten Register-Lehrkräfte. Nachdem es der Lagerleitung gelang, mit Jérôme Lepetit eine Grösse im Bereich der Perkussion als Registerlehrkraft zu verpflichten, stand der Solist fest.

Damit ergab sich die Möglichkeit, ein Instrument solistisch ins Blickfeld zu rücken, das sich steigender Beliebtheit erfreut, das Marimbafon. Das dreiteilige von Goff Richards für dieses Instrument komponierte «Zimba Zimba» weist einen wirklich solistischen Mittelteil ohne jede Begleitung auf. Lepetit war auch um eine rein solistische Zugabe nicht verlegen.

Schon seit je war es Tradition, dass immer auch mindestens eine Komposition eines Solothurner Komponisten gespielt wird. Die B-Band hat sich für eine Komposition vom 2007 verstorbenen Rudolf Wyss aus Günsberg entschieden.

Der hat jedem seiner Enkelkinder eine eigene Komposition gewidmet. Für jede hat Wyss bewusst einen anderen Tanz-Rhythmus gewählt. Die B-Band hat sich für «Valery» entschieden, das ist ein Paso Doble.

Auch die A-Band hatte das Werk eines Solothurners im Gepäck. Ausgepackt hat sie es aber erst als erste Zugabe. Gewählt hat sie «Il Consiglio», einen Marsch von Urs Heri. Den in Biberist aufgewachsenen Musiker kennt man als engagierten Musiklehrer, Komponisten, Dirigenten, Experten und Klarinettisten.