Kurhaus Weissenstein

Kurhaus-Pächter: «Ohne fixen Laufvertrag hätte ich gar nie hier angefangen»

Samuel Kappeler macht es Spass, auf dem Weissenstein zu sein.

Samuel Kappeler macht es Spass, auf dem Weissenstein zu sein.

Der aktuelle Pächter des Kurhaus Weissenstein Samuel Kappeler will bis Ende seines dreijährigen Pachtvertrags im Jahr 2017 auf dem Berg bleiben. Denn das Kurhaus läuft gut. Er erklärt, warum Gäste auch schon warten mussten.

Samuel Kappeler, seit wann wissen Sie als Pächter, dass das Kurhaus neue Besitzer hat?

Samuel Kappeler: Seit letzten Donnerstag, also ein Tag bevor die Medien informiert wurden. Ich habe die neuen Käufer soeben zum ersten Mal gesehen. Aber natürlich wusste ich von Beginn weg von der Absicht der Regiobank, das Haus zu verkaufen.

Die neuen Besitzer möchten vielleicht schon 2016 mit Umbauten beginnen und dann selbst wirten. Sie stehen also vor einer ungewissen Zukunft.

Nein, wir haben einen dreijährigen Pachtvertrag. Dieser ist auch bei einem Eigentümerwechsel nicht kündbar. Für uns ändert sich also nichts. Wir werden das Kurhaus bis Frühling 2017 betreiben. Wenn es früher umgebaut werden soll, muss dies im Einvernehmen mit uns geschehen. Wir haben viel investiert.

Sie würden also eine Entschädigung fordern?

Das ist ganz klar so. Wir haben sechsstellige Beträge investiert. Von den Zimmern bis zum Internet. Das kostet alles Geld. Nur schon für die Lingerie reichen 100 000 Franken nicht.

Wenn nicht ganz klar ist, wie lange Sie bleiben können: Fürchten Sie da nicht, dass etwa da Personal geht?

Nein. Wir haben einen fixen Laufvertrag. Ohne den hätte ich gar nie hier angefangen. Auch das Personal weiss, dass wir grundsätzlich bis 2017 bleiben. Und Sie müssen wissen: Wir führen zehn Betriebe und haben einen grossen Personalaustausch innerhalb dieser. Wir sind flexibel.

Viele Ideen, wenig Konkretes fürs Kurhaus Weissenstein

Viele Ideen, wenig Konkretes fürs Kurhaus Weissenstein

Sie sind bald ein Jahr auf dem Berg. Wie läuft es grundsätzlich?

Sehr gut. Wir sind sehr zufrieden. Erst recht, seit die Bahn gestartet ist. Aber auch mit dem Geschäftsverlauf im Sommer waren wir sehr, sehr zufrieden. Wir hatten den dreifachen Umsatz der vorherigen Pächter – natürlich auch wegen des Hotels. Das macht einen wesentlichen Punkt aus.

Ihre Erwartungen wurden also übertroffen?

Was die Hotellerie anbelangt, sind wir deutlich über den Erwartungen. Die Restauration ist etwa dort, wo wir es erwartet haben.

Der aktuelle Kurhaus-Pächter Samuel Kappeler über das Geschäft auf dem Weissenstein

Der aktuelle Kurhaus-Pächter Samuel Kappeler im Interview

Reut es Sie nicht, wenn Sie trotz guter Zahlen bald gehen müssen?

Sehen Sie, ich bin ein spezieller Vogel. Es macht mir Spass, hier zu sein. Aber sobald es vorbei ist, kommt etwas neues. So gesehen reut es mich nicht. Sonst hätte ich das Kurhaus ja kaufen müssen. Diese Gelegenheit hatte ich auch. Aber für mich war von Anfang an klar, dass ich das nicht will. Wir fahren mit unseren zehn Betrieben eine ganz andere Strategie. Wir haben viele Betriebe. Ohne Kurhaus haben wir halt dann einen weniger.

Wie hat sich die Eröffnung der Seilbahn ausgewirkt?

Das war enorm. Es kamen unglaubliche Besucherströme. Das sahen wir auch am Umsatz. Aber das wird sich einpendeln, wie wir an den wenigen schönen Wochenenden im 2015 bereits gemerkt haben. Es ist ein Berg. Das Wetter ist hier mitentscheidend. Bei schönem kommen viele, bei schlechtem wenige Besucher.

Es gab auch die Kritik langer Wartezeiten.

Auch wenn viele fanden, wir seien überfordert gewesen: Das war nicht so. Wir konnten einfach nicht für zehn Tage Bahneröffnung eine neue Infrastruktur aufbauen. Es tut mir ja wahnsinnig Leid, wenn jemand 40 Minuten auf einen Kaffee-Lutz warten muss. Aber der Betrieb ist nicht mehr für solche Anstürme ausgerüstet. Deshalb gab es diese Wartezeiten. Ohne Selbstbedienung kann man die Besuchermenge, die es bei der Bahneröffnung gab, nicht bewältigen. Der Aufbau einer Selbstbedienung kostet aber sofort ein paar Hunderttausend Franken. Das ist auf die Schnelle nicht machbar. Und unser Pachtvertrag endet ja 2017.

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