Tom Umiker, eigentlich wollten Sie schon vergangenen Sommer die Pläne für das neue Kurhaus vorstellen. Nun ging es länger, als Sie gedacht haben. Wo lagen die Knackpunkte?

Tom Umiker: Was wir jetzt präsentieren, ist Plan Nummer 6. Weil das Objekt unter Denkmalschutz steht, mussten entsprechend Gespräche auf Kantons-, Gemeinde- und Bundesebene stattfinden. Wir mussten einige Eingeständnisse machen, haben aber auch sehr wichtige Inputs erhalten.

Wo lagen die Probleme?

Das Gebäude muss einerseits für die Solothurner ‹verheben›. Anderseits muss es wirtschaftlich betrieben werden können. Das kann man nur, wenn man gewisse Änderungen vornimmt wie den Neubau für den Selbstbedienungs- und Seminarbetrieb. Sonst ist man in ein, zwei Jahren wieder gleich weit.

Einen Neubau in der Juraschutzzone und bei einem denkmalgeschützten Haus zu planen ist mutig.

Wir versuchen ganz klar zu unterscheiden: Wir haben einerseits den Altbau. Da legen wir sehr viel Wert darauf, diesen zu restaurieren und von seiner schönsten Seite zu präsentieren. Anderseits haben wir den Neubau, in dem sich der Selbstbedienungsbereich befindet und Platz für Grossanlässe bis zu 800 Personen bietet.

Ginge es nicht auch ohne den Neubau?

Nein, nur mit ihm funktioniert das Gesamtkonzept. Wir haben uns lange mit der Geschichte des Hauses auseinandergesetzt. Wir versuchen die Probleme, die man aus der Vergangenheit kennt, zu lösen. Wir bauen deshalb gemeinsam mit dem Migros-Kulturprozent ein einzigartiges Spielgelände mit einem der Top-3-Naturspielplätze der Schweiz. Gleichzeitig behebt der Neubau die beiden anderen grossen Probleme: Einerseits kann man mit dem heutigen Restaurationsangebot den Ansturm an Schönwettertagen gar nicht schaffen. Mit dem Neubau wird dies möglich. Andererseits lösen wir mit dem neuen Kubus auch die Frage der Wirtschaftlichkeit. Dank dem Seminarbereich können wir den Betrieb auch bei Schlechtwetter auslasten und sind nicht mehr von den extremen Wetterschwankungen abhängig.

Im bestehenden Gebäude wären diese Vorhaben nicht möglich?

Für den Event- und Seminarkubus mit Platz bis zu 800 Personen und den Selbstbedienungsbereich braucht es eine enorme Infrastruktur. Küche und Lager brauchen viel Platz. Diesen müsste man nachträglich nun unter das ganze bestehende Gebäude bauen. Das wäre finanziell nicht tragbar.

Aber mit den 800 Plätzen erneuern Sie nicht nur das bisherige Angebot, sondern bringen das Haus nochmals in ganz andere Dimensionen.

Genau. Unserer Überlegung ist diese: Für Veranstaltungen mit 200 bis 300 Personen findet man in jedem zweiten Dorf einen geeignete Raum. Aber für Events ab 500 Personen gibt es sehr wenige Möglichkeiten. Das ist ganz klar eine wirtschaftliche Entscheidung. Halb so gross käme für uns nicht in Frage.

Sie wollen damit aber weit über die Region hinaus aktiv werden?

Korrekt. Es gibt in der Schweiz etwa 15 Lokalitäten, die so gross sind und beispielsweise Weihnachtsessen für Firmen ab 500 Personen ausrichten können. Der Saal ist multifunktional und hat modernste Licht- und Soundtechnik. Wir können die grossen Fenster gegen aussen öffnen oder auch den Raum unterteilen.

Entwicklung des Kurhauses Weissenstein im Wandel der Zeit

Entwicklung des Kurhauses Weissenstein im Wandel der Zeit

Die Anreise für so grosse Gruppen ist nicht ganz einfach. Abends und wenn es windet, fährt die Seilbahn nicht.

Wir verstehen uns bestens mit dem Verwaltungsrat der Seilbahn. Es liegen entsprechende Vorschläge und Konzepte vor.

Was bringt der Neubau der Region?

Es wird jeden Sonntag einen Brunch geben. Und von den neuen Räumen können auch diverse grössere Vereine und Firmen profitieren, etwa für Generalversammlungen oder Produktepräsentationen. Auch für Hochzeiten oder private Events bietet sich der Glaskubus geradezu an. Und nicht zuletzt schaffen wir 20 bis 30 neue Arbeitsplätze.

Rechnen Sie mit Widerstand?

Wir hoffen nicht. Wir haben unsere Pläne mit den Behörden gut durchdacht und wir nahmen den Gurten als Referenz, der ja auch unter Denkmalschutz steht.

Was ist, wenn es trotzdem Widerstand gibt?

Es ist wichtig, dass die Baubewilligung im Frühherbst vorliegt. Sonst riskiert man, dass der Betrieb im April 2017 nicht weiter geht. Wir möchten verhindern, dass das Gleiche passiert wie bei der Bahn. Doch wir sind da sehr optimistisch.

Denken Sie heute anders über das Haus als zu Beginn?

Nein, ich sehe noch viel mehr Potential als zu Beginn. Wir sind sehr zuversichtlich. Man redet seit Jahren von einem Spielplatz sowie einem Selbstbedienungsrestaurant. Wir lösen dieses Problem. Das Restaurationsangebot, der grössere Hotelbetrieb und der erweiterte Seminarbereich in Kombination mit der neuen Seilbahn stimmen uns sehr zuversichtlich.

Wie viel investieren Sie?

Die Investitionssumme liegt bei über 10 Mio. Franken.

Sie werden bald öfters hier sein. Haben Sie schon eine Wohnung?

Nein. Wir sind aber auf der Suche und haben auch schon Wohnungen besichtigt.