«Es ist keine Aktion von frustrierten, abgewiesenen Kunstschaffenden», hält die Oltner Künstlerin Adelheid Hanselmann fest. Es handle sich vielmehr um eine sachliche Kritik, sagt die Mitinitiantin der Petition. 76 Solothurner Kunstschaffende – «darunter hat es auch solche, die ihre Werke ausstellen dürfen» – haben die Eingabe mitunterzeichnet. Darin wird kritisiert, dass die am Samstag im Kunstmuseum Solothurn beginnende Jahresausstellung «keinen Überblick über das solothurnische Kunstschaffen» vermittle. Die vom Kunstverein Solothurn bestellte vierköpfige Jury habe «von 696 Eingaben nur 76 Werke von 35 Kunstschaffenden als ausstellungswürdig befunden». Diese tiefe Zahl stehe «im krassen Gegensatz» zur Anzahl der solothurnischen Kunstschaffenden, kritisieren die Petitionäre. «Eine so stark ausgedünnte Auswahl kann gar keinen Überblick geben.»

Solothurn, Olten und Grenchen

Hanselmann verweist auf den Kanton Bern. Die dortige Weihnachtsausstellung finde gleichzeitig in neun Institutionen statt und so könne fast die Hälfte der Bewerbungen berücksichtigt werden. Deshalb wird in der Petition vorgeschlagen, künftig eine grosse Übersichtsausstellung zu organisieren, die gleichzeitig in den Kunstmuseen Solothurn und Olten sowie in der Kunsthalle Grenchen stattfinden soll. Zudem fordern die Kunstschaffenden die Trägerschaften der Jahresausstellung auf, die Jury-Zusammensetzung zu prüfen. Eine Mehrheit der Juroren müsse mit der Solothurner Kunst vertraut sein. Bei der Neukonzeption müssten die Künstler miteinbezogen werden. «Die Jahresausstellungen wurden als Bühne für die Kunstschaffenden und nicht zur Selbstinszenierung der Juroren ausgedacht.»

«Qualität der Werke» ist Kriterium

Tatsächlich sei die Jurierung dieses Jahr streng gewesen und die Anzahl der angenommenen Werke gering, schreibt der organisierende Kunstverein Solothurn in einer Stellungnahme. «Dennoch steht der Vorstand hinter der Jury und respektiert den diesjährigen Entscheid und die daraus entstehende Ausstellung.» Die Jahresausstellung soll eine Überblicksausstellung bleiben und künftig wieder eine breitere Palette des solothurnischen Kunstschaffens zeigen. Am bisherigen Modell der Jury-Zusammensetzung wolle man festhalten. «Vergangene Jahresausstellungen haben gezeigt, dass sich die Zusammensetzung mit zwei externen Juroren und zwei Mitgliedern des Kunstvereins bewährt hat.» Die Beurteilung von aussen sei auch eine Chance, dass «sich Solothurner Kunstschaffende national agierenden Fachleuten präsentieren können». Die Auswahl variiere nach den jeweiligen Jury-Mitgliedern und deren Standpunkten, aber auch nach der Qualität der eingegebenen Dossiers und Werke. Der Zusammensetzung der Jury wolle man künftig noch grössere Aufmerksamkeit schenken.