Nachgefragt

Kunstpreis-Träger Daniel Schwartz: «Einen solchen Preis bekommt man nie allein»

Fotograf Daniel Schwartz in seiner Wohnung Atelier in Solothurn

Der Fotograf Daniel Schwartz erhält den Solothurner Kunstpreis 2019. Er erzählt, was ihm diese Nachricht bedeutet.

Daniel Schwartz, wie reagierten Sie, als Sie hörten, dass Sie den Solothurner Kunstpreis erhalten sollen?

Daniel Schwartz: Es ist ein sehr schönes und entscheidendes Ereignis, einen so eleganten Brief des Landammanns im Kasten zu finden. Was darauf folgte, war, die Freude mit vielen Menschen – nah und fern – zu teilen. Viele haben auf unterschiedlichste Weise Anteil am Gelingen meiner Arbeit. Mit der Nachricht wollte ich sie für ihr Vertrauen, ihre Geduld und ihre Mitarbeit beschenken. Einen solchen Preis erhält man nicht für sich alleine.

Was glauben Sie, hat das Kuratorium an Ihrer Arbeit begeistert?

Ich denke, dass ein solches Gremium mit Begeisterung eher zurückhält, muss es doch sachlich abwägen und dabei vieles im Auge behalten. Vorstellbar, dass nach allen Erwägungen Genugtuung darüber empfunden wurde, ein kontinuierliches Wirken von 30 Jahren auszuzeichnen, das so umfassend kaum hätte entstehen können, wäre es nicht immer wieder gefördert worden – von Bund, Kantonen und Wirtschaft. Von kulturellen Einrichtungen und von Privaten. Möglich, dass dem Gremium auch gefallen hat, dass es regelmässig über den Fortgang meiner Projekte unterrichtet worden ist – aber das ist ja selbstverständlich.

Sie sind ja erst vor wenigen Jahren wieder nach Solothurn gekommen. Was war Ihre Motivation dafür?

Als mir mein Zürcher Basislager entzogen wurde, wurde ich bei der Suche nach einer neuen Denk- und Produktionsstätte und einem Vorbereitungsort meiner Unternehmungen in Solothurn fündig – ein Zufall. Eine Art Heimkehr, jedoch nicht im Zeichen einer solchen.

Sind Sie derzeit unterwegs für ein neues Projekt, über das Sie sprechen können?

Da sind kollektive globale Projekte meiner Agentur «VII Photos». Fotografische, aber auch Workshops in Afrika und Asien. Ansonsten habe ich weiterhin Afghanistan in meinem Blick. Im Dezember ist ja der 40. Jahrestag des sowjetischen Einmarsches 1979; diesen Krieg – der ohne nahes Ende ist – habe ich zwanzig Jahre fotografisch mitverfolgt.

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