Solothurner Kunstpreis

Kunstpreis-Eklat: Lief René Zäch in die eigene Falle?

Künstler René Zäch. (Archiv)

Künstler René Zäch. (Archiv)

Die geplatzte Übergabe des Solothurner Kunstpreises an René Zäch wirft Wellen. Nun erklärt der Künstler, dass er den Preis und das Preisgeld von 20'000 Franken sehr wohl genommen hätte.

Der Eklat vom Montag und dessen Folgen überrumpelten offensichtlich den Künstler selber am meisten: «Ich habe nie gesagt, dass ich den Preis nicht annehmen will», erklärte er am Dienstag am Telefon dieser Zeitung gegenüber.

Die Nachfrage, ob er folglich nur die Teilnahme an der Übergabefeier, nicht aber die Auszeichnung samt Preisgeld von 20‘000 Franken habe verschmähen wollen, blieb unbeantwortet: Zäch legte den Hörer auf. Gegenüber anderen Medien war er diesbezüglich gesprächiger und erklärte, dass er nur die Übergabefeier im Grenchner Parktheater habe boykottieren wollen.

«Diffamierende Berichterstattung»

Im kurzen Telefongespräch mit dieser Zeitung hatte Zäch sich über die «oberflächliche Recherche voller Verdrehungen» in der gestrigen «diffamierenden Berichterstattung» beschwert. Am Montag war er für eine Stellungnahme allerdings weder schriftlich noch telefonisch erreichbar gewesen.

Die Solothurner Regierung sieht es eh anders: Zäch hatte dem Kantonalen Amt für Kultur und Sport seine Abwesenheit vor rund zwei Wochen schriftlich angekündigt.

Dies und die Tatsache, dass von ihm niemand für eine stellvertretende Preis-Entgegennahme delegiert worden war, nahm die Regierung am Montag zum Anlass, die Übung kurzerhand abzubrechen: Der Regierungsrat beschloss, dass 2012 kein Kunstpreis verliehen wird.

Bereits Auszeichnungen erhalten

Der heute 66-jährige Zäch hatte übrigens bereits früher Auszeichnungen des Kantons erhalten: Unter anderem einen Werkjahresbeitrag sowie einen Preis für grafisches und plastisches Gestalten. Im Kunstmuseum Solothurn war 2010 eine grosse Ausstellung zu sehen.

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