Grenchen
Künstler an der Triennale beweisen: Sie sind nicht bloss an Drucktechniken interessiert

Am Donnerstagabend startet die Triennale, der Event zur Druckgrafik in Grenchen, mit der Vernissage. Er dauert bis am 23. September.

Fränzi Zwahlen-Saner
Merken
Drucken
Teilen
Rundgang durch die Triennale Grenchen 2018
19 Bilder
Christoph Rihs Oberdorfer Pestwurz, Druckstock und Druckabzug, 2018
Christoph Rihs Oberdorfer Pestwurz, Druckstock und Druckabzug, 2018
Gentinetta Bruno Diverse Unikate, Holzschnitt Japanerpapier, 2018
Christoph Rihs Rippenfarn, Holzschnitt/Holzdruck, 2018
Tilman Hoepfl/Cora von Zezschwitz RAW (Abandonment), Rauminstallation, 2018
Tilman Hoepfl/Cora von Zezschwitz RAW (Abandonment), Rauminstallation, 2018
Yvo Hartmann Untitled, Objekt aus Schaltafeln, 2008
Yvo Hartmann Untitled, Holzschnitt/Holzdruck, 2017
Yvo Hartmann
Arno Hassler Dust, Heligravur, 2018
Arno Hassler Dust, Heligravur, 2018
Suhei Fukua Change/Immutable, Siebdruck auf Blattsilber mit Schwefel, 217
Marc Zaugg Jura français, Linolschnitt, 2014
Marc Zaugg 2. v.l.: Fassade Chelsea, Linolschnitt, 2017
Wolfgang Zät O.T. Linolschnitt, 2018
Dorothee Joachim Untitled (36 Exemplare), Durchdruck/Abdruck, 2018
Atsuo Hukuda Colour and/or Monochrome, gebundenes Buch, 1999-2017
Pokras Lampas Dach-Kalligrafie auf dem Ausstellungsgebäude Sportstrasse 51

Rundgang durch die Triennale Grenchen 2018

Hanspeter Bärtschi

Die 21. Triennale Grenchen, die alle drei Jahre stattfindende Ausstellung zur Druckgrafik, sei «jugendlicher» geworden, heisst es. Dies bestätigt sich beim Rundgang durch die Ausstellung durch die zwei stillgelegten Industriegebäude in Grenchen, an der Sportstrasse 51 und an der Brühlstrasse 10. Die künstlerische Leitung dieser Triennale hat die Organisatorin der Veranstaltung, die Kunstgesellschaft Grenchen, mit Philipp Glocker als Präsident, dem Solothurner Kunstschaffenden und Galeristen Reto Emch übergeben. Damit hat sie einiges gewagt – und viel gewonnen.

Vorbei die Zeiten, als in Verkaufsbuchten Druckgrafiken verschiedener Künstler von diversen Druckern angeboten wurden. Jetzt ist die Triennale zum Experimentierfeld für alles geworden, was als «Druck» im weitesten Sinn verstanden werden kann. Da sind die herkömmlichen Druckverfahren, die es seit Gutenberg gibt, zu erkennen, doch aber auch neuere hoch entwickelte Techniken wie Heliogravüren, Digitaldrucke oder verschiedene Ätzverfahren auf unterschiedlichsten Materialien.

Es geht noch weiter: Das digitale Bild, damit auch das Selfie, das gar nicht mehr gedruckt wird, ist zu sehen. Und damit noch nicht genug: Eine Art von Druck sind auch Tattoos, Kalligrafien oder dreidimensionale Lenticular-Drucke.

Öffnungszeiten und Programm

An zwei Standorten

«Analoges Bild», Sportstr. 51, Grenchen (ehemaliges Industriebgebäude);

«Digitales Bild», Brühlstr. 10, Grenchen (ehemaliges Unterwerk SWG).

Die Triennale ist während dreier Wochen, vom 7. bis zum 23. September, jeweils von Freitag bis Sonntag geöffnet. Öffnungszeiten: Fr/Sa 13–20 Uhr; So 11–17 Uhr.
Öffentliche Führungen Fr/Sa 15 und 18 Uhr; So 15 Uhr.

Vernissage heute Donnerstagabend, 19 Uhr, Sportstrasse 51.

Fr/Sa jeweils 14 Uhr Helikopterflüge über das Gelände möglich. 60 Fr. pro Person.

Reto Emchs «Druck-Horizont» ist sehr weit; seine Ausstellungs-Handschrift ist in allen Räumen zu erkennen. Er zeigt dabei, dass die eingeladenen Künstler nicht bloss an Drucktechniken interessiert sind, sondern, dass sie sich auch mit Installationen, Fotografie oder in der Malerei auskennen. Erstaunlich ist, dass es nicht nur die jüngeren Künstler sind, die sich in den unterschiedlichsten Druck- und Vervielfältigungs-Techniken versuchen. Man druckt und vervielfältigt, um sich zu vernetzen.

Ein Thema unserer Gesellschaft, das auch im Kunstbetrieb Einzug gehalten hat. «Es scheint sinnvoll aufzuzeigen, wie sich verschiedene Ausdrucksformen beeinflussen, sich ergänzen und somit Einblick in eine Gesamtheit geben», schreibt Emch im vollständig bebilderten Ausstellungs-Katalog. Er setzt damit einen Meilenstein in der Geschichte der Triennale Grenchen.