Staatsanwaltschaft

Kundengelder veruntreut: Strafuntersuchung gegen UBS-Angestellten wurde eröffnet

Ein Mitarbeiter bei der Solothurner Niederlassung der Grossbank UBS steht unter Verdacht, Kundengelder veruntreut zu haben.

Ein Mitarbeiter bei der Solothurner Niederlassung der Grossbank UBS steht unter Verdacht, Kundengelder veruntreut zu haben.

Sieben Geschädigte und eine Deliktsumme von einer halben Million Franken: Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung gegen einen UBS-Angestellten eröffnet.

Was in einer Bank eigentlich nie passieren darf, ist in der Solothurner Niederlassung der Grossbank UBS passiert. Eine angestellte Person hat mutmasslich Kundengelder veruntreut. Dies zeigen Recherchen dieser Zeitung. «Wir haben Mitte März 2017 bei der Solothurner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht», bestätigt auf Anfrage Thomas Sommerhalder, UBS-Regionaldirektor Aargau/Solothurn, entsprechende Informationen.

Ein Täter, sieben Geschädigte

Die Staatsanwaltschaft ihrerseits bestätigt den Sachverhalt und gibt einige nähere Informationen preis. «Gestützt auf diese Anzeige hat die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung gegen eine beschuldigte Person eröffnet»», erklärt Cony Zubler, Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn. Die entsprechenden Abklärungen seien in Gang.

«Gemäss derzeitigen Erkenntnissen geht die Staatsanwaltschaft von sieben Geschädigten und einer mutmasslichen Deliktsumme von rund einer halben Million Schweizer Franken aus.» Aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen könnten zurzeit keine weiteren Angaben gemacht werden. Während der laufenden Strafuntersuchung gelte die Unschuldsvermutung.

Über mehrere Jahre

Abklärungen hätten ergeben, dass keine weiteren Personen geschädigt worden seien, versichert der UBS-Regionaldirektor. Ob es sich um Privatleute handelt, wollte er nicht beantworten. Die beschuldigte Person sei während mehrerer Jahre bei der UBS Solothurn tätig gewesen. «Sie arbeitet inzwischen nicht mehr bei der Bank.»

Die Frage, ob die beschuldigte Person Vermögenswerte auf ihre Privatkonten transferiert habe, wollte Sommerhalder nicht beantworten. «Wie die Person vorgegangen ist und wie die vermutete Veruntreuung und Urkundenfälschung erfolgten, kann aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben werden.» Dasselbe gelte für die Frage, ob die Person in der Vermögensverwaltung oder im Retailbanking gearbeitet habe.

Dagegen ist klar, dass die Schädigung von Bankkunden nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfand. Die Straftaten seien, so Sommerhalder, über einen Zeitraum von mehreren Jahren erfolgt. Alle Geschädigten seien informiert worden. «Der Schaden wird in der Höhe der veruntreuten Summen kompensiert. Die betroffenen Kunden werden schadlos gehalten», sagt der UBS-Kadermann.

Das interne Sicherheitsdispositiv habe gegriffen und der Fall sei deshalb aufgedeckt worden. Von Lücken in der Sicherheitsüberwachung will Sommerhalder nicht sprechen, das Handbuch des Sicherheitsdispositivs werde nicht grundsätzlich neu geschrieben. «Wenn die kriminelle Energie einer Person mit deren Vertrauensstellung zusammentrifft, lassen sich solche Fälle kaum vermeiden.» Aber der ganze Fall werde nun analysiert, und die Sicherheitsschulungen des Personals für spezifische Teile würden wiederholt.

«Schock ausgelöst»

Der Fall habe auf der Bank «einen Schock» ausgelöst, so der Regionaldirektor. Man habe das in der Zusammenarbeit und in der Konstellation mit der beschuldigten Person schlicht nicht erwartet. Es handle sich klar um einen Einzelfall. Sommerhalder: «Aber wenn Menschen zusammenarbeiten, gibt es nie eine 100-prozentige Sicherheit.»

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