Solothurn

Zu Fuss oder im Auto vorbei: Kulturfabrik Kofmehl betreibt ein neues Schnelltest-Zentrum

Im Kanton werden neue Standorte für Antigen-Schnelltests geschaffen.

Im Kanton werden neue Standorte für Antigen-Schnelltests geschaffen.

Der Kanton Solothurn plant, das Angebot an Teststandorten mit zusätzlichen Standorten für Antigen-Schnelltests zu ergänzen. Die Kulturfabrik Kofmehl wird beauftragt, im Rahmen eines Pilotbetriebs ein niederschwelliges Testzentrum zu betreiben.

Gefeiert wird in der Kulturfabrik Kofmehl in diesen Tagen nicht, auch das Streetfood-Festival neben der Kulturfabrik ist in diesem Sommer ausgefallen. Statt gesungen und geschlemmt wird auf dem Areal nun bald getestet: Unter der Westtangenten-Brücke entsteht voraussichtlich per Mitte Dezember ein Screening-Zentrum, wo sich Personen, die keine gesundheitliche Beratung benötigen, mit einem Schnelltest auf Covid-19 testen lassen können. Das schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Erweiterung des Testangebots

Mit dem Angebot sollen die Apotheken, Arztpraxen und Spitäler, wo bisher PCR- oder Antigen-Schnelltests durchgeführt werden, entlastet werden. Mit dem Screening-Zentrum auf dem Areal der Kulturfabrik entsteht laut dem Kantonsarzt Lukas Fenner ein ergänzendes, niederschwelliges Testangebot: «Die Positivitätsrate im Kanton liegt bei rund 20 Prozent, was darauf hinweist, dass sich zu wenig Leute mit Symptomen auf Covid-19 testen lassen», erklärt er den Grund für das ergänzende Testzentrum.

Um die Ansteckungszahlen zu reduzieren, sei es aber wichtig, möglichst viele infizierte Personen zu testen, zu identifizieren und zu isolieren. Und auch die Zeit zwischen dem Auftreten erster Symptome und dem Durchführen eines Tests solle möglichst reduziert werden, um Ansteckungen zu verhindern und die Pandemie besser kontrollieren zu können, so der Kantonsarzt.

Mit dem Screening-Zentrum in Solothurn will man sich laut Fenner auch auf eine bevorstehende Ausweitung der Testkriterien vorbereiten. «Wir rechnen damit, dass der Bund bald die Testkriterien ausweiten wird. Und ab Frühling stehen dann möglicherweise zusätzlich Speicheltests zur Verfügung», so der Kantonsarzt. «Das sind grosse Neuerungen, und wir wollen bis dahin eine Infrastruktur aufbauen und weitere Erfahrungen sammeln.»

leporello

leporello

Testen lassen kann man sich beim Kofmehl zu Fuss oder im Auto. Das Personal, das die Test durchführt, wird für die Schnelltests ausgebildet und von Ärztinnen und Ärzten beaufsichtigt.

Personal gesucht

Für das Kofmehl ist die Organisation des Screening-Zentrums eine «schlaue Synergie», so Betriebsleiter Pipo Kofmehl. «Wir haben momentan nicht offen und viele Ressourcen übrig», berichtet er. Die Kulturfabrik habe bei den Mitarbeitern herumgefragt, wer Zeit und Interesse hätte. Die Rückmeldungen sind laut Kofmehl durchweg gut. «Viele Leute wollen helfen, weil sonstige Beschäftigungen wie Praktika ausgefallen sind.»

Die Zusammenarbeit sei auf die Initiative des Kantons hin entstanden, erzählt er. «Der Kanton hat den Standort evaluiert. Der Standort ist verkehrstechnisch optimal und wir können die Kulturfabrik für die Warenlagerung oder für die Verpflegung der Helfer nutzen.»

Gurtenfestival als Vorbild

Kofmehl nennt den bernischen Teststandort Belp als Vorbild. Dort betreiben die Organisatoren des Gurtenfestivals ein neues Coronatestzentrum. «Die haben das Projekt innerhalb von neun Tagen aus dem Boden gestampft. Wir erhielten alle Unterlagen vom Kanton Bern und konnten sie anpassen. Die dort verwendete Software ist schon vom Gurten erprobt und hat sich bewährt.»

Was Kofmehl gefällt: In Belp arbeiten auch Leute aus dem Kulturbereich mit. Das kann er sich für Solothurn auch sehr gut vorstellen. Bis das Testzentrum eröffnet wird, stehen laut dem Betriebsleiter noch einige Abklärungen an. Wie lange für die Kulturfabrik nun das Testen anstelle der Musik im Zentrum steht, ist laut ihm noch offen: «Die Coronapandemie gibt den Takt vor.» 

Meistgesehen

Artboard 1