Kultur
Die Fragilität der Bilder im Blick: Eine Betrachtung im Kunsthaus Solothurn

Werke von Dimitra Charamandas und Oliver Krähenbühl werden bis Ende Oktober im Haus der Kunst in Solothurn gezeigt. Eine Betrachtung.

Eva Buhrfeind
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Haus der Kunst

Haus der Kunst

Eva Buhrfeind / Solothurner Zeitung

Das künstlerische wie kreative Betätigungsfeld der Solothurnerin Dimitra Charamandas ist ein weit gestecktes und umfasst Malerei, Fotografie, Zeichnen, Schreiben. Verschiedene Arbeitsgefässe, die sie zu malerischen Collagen neu inszeniert und interpretiert.

Diesen Bildinhalten hinterlegt sind Betrachtungen zu existenziellen Fragen, die sich in der malerischen Haltung der Realität des Gesehenen entziehen und neue Realitäten schaffen, in denen Steine, Bäume, Natur und deren innere Konstellationen, Kräfte und Verschiebungen, die abstrakten Spannungen unter der Oberfläche aufeinander wirken.

Momentaufnahmen aus dem Alltag und von Reisen

Eigenwillige Wirklichkeiten also, bildhaft umgesetzt mit unfigurativen Körpern und figurativen Formen, die – auf der Schnittstelle organischer und konstruierter Möglichkeiten sowie chromatisch nuancierter Strukturen – mit der Fragilität formaler Beziehungen und Wirkungen zu einander agieren.

Die Anregungen und Inspirationen findet Dimitra Charamandas auf ihren vielen Reisen, vor allem in Griechenland, im beiläufig Wahrgenommenen, Fotografierten und Gezeichneten, vertieft durch eigene Texte, die sie im malerischen Prozess collagenartig verflechtet. Wie bereits in früheren Arbeiten lotet Dimitra Charamandas auch in diesen Bildern zum Thema «Constellation» Grenzsituationen zwischen einer definitiven Geschichte – meist sind es philosophische Recherchen und Betrachtungen zu grundsätzlichen Überlegungen – und einer Konzentration auf eine kryptische malerische Dramaturgie aus.

Dazu wandelt sie in ihrer bildnerischen Haltung zwischen subjektiver Absicht und objektiver Wirkung und entzieht sich so – inhaltlich wie malerisch – dem Eindeutigen. Denn wenn Dimitra Charamandas diese fragmentarischen Momente des Philosophischen, Reflektierten, Erlebten, Fotografierten und Malerischen aus dem jeweiligen Kontext herauslöst, neu zusammensetzt und deutet, somit das gewohnte Sehen irritiert, wird die inhaltliche Intention als individuell assoziative Lesbarkeit inszeniert.

Oliver Krähenbühl, er lebt und arbeitet im aargauischen Suhr, hinterfragt mit seinen chiffrenhaften Aquarellzeichnungen über innere Seelenwelten hinaus die Fragilität des Lebens, ganz aktuell auch das Ungewisse und die Umbrüche, die diese Zeit der Pandemie mit sich gebracht hat und mit sich bringt. Seine Grundthemen sind die Architektur, Innenräume, Natur und die Landschaft. Und auch Geschichten werden erzählt, wenn auch eher kalligrafisch zeichenhaft, wenn er durch- aus erkennbar Räumliches und Landschaftliches mit feinen und kompakten Linien und konzentrierten Fläche inszeniert.

Momentaufnahmen gleich, zügig mit dem Pinsel aufgetragen, fügen sich die monochrom nuancierten Farben zu Stimmungen und Beziehungen – durchaus lesbar und subtil in den verschiedenen assoziativen Sichtweisen.

Bis 31. 10. Geöffnet: Do/Fr, 16–19 Uhr. Sa/So, 13–17 Uhr www.hausderkunst.ch

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