Die 21. Triennale Grenchen, die alle drei Jahre stattfindende Ausstellung zur Druckgrafik, sei «jugendlicher» geworden, heisst es. Dies bestätigt sich beim Rundgang durch die Ausstellung durch die zwei stillgelegten Industriegebäude in Grenchen, an der Sportstrasse 51 und an der Brühlstrasse 10. Die künstlerische Leitung dieser Triennale hat die Organisatorin der Veranstaltung, die Kunstgesellschaft Grenchen, mit Philipp Glocker als Präsident, dem Solothurner Kunstschaffenden und Galeristen Reto Emch übergeben. Damit hat sie einiges gewagt – und viel gewonnen.

Vorbei die Zeiten, als in Verkaufsbuchten Druckgrafiken verschiedener Künstler von diversen Druckern angeboten wurden. Jetzt ist die Triennale zum Experimentierfeld für alles geworden, was als «Druck» im weitesten Sinn verstanden werden kann. Da sind die herkömmlichen Druckverfahren, die es seit Gutenberg gibt, zu erkennen, doch aber auch neuere hoch entwickelte Techniken wie Heliogravüren, Digitaldrucke oder verschiedene Ätzverfahren auf unterschiedlichsten Materialien.

Es geht noch weiter: Das digitale Bild, damit auch das Selfie, das gar nicht mehr gedruckt wird, ist zu sehen. Und damit noch nicht genug: Eine Art von Druck sind auch Tattoos, Kalligrafien oder dreidimensionale Lenticular-Drucke.

Reto Emchs «Druck-Horizont» ist sehr weit; seine Ausstellungs-Handschrift ist in allen Räumen zu erkennen. Er zeigt dabei, dass die eingeladenen Künstler nicht bloss an Drucktechniken interessiert sind, sondern, dass sie sich auch mit Installationen, Fotografie oder in der Malerei auskennen. Erstaunlich ist, dass es nicht nur die jüngeren Künstler sind, die sich in den unterschiedlichsten Druck- und Vervielfältigungs-Techniken versuchen. Man druckt und vervielfältigt, um sich zu vernetzen.

Ein Thema unserer Gesellschaft, das auch im Kunstbetrieb Einzug gehalten hat. «Es scheint sinnvoll aufzuzeigen, wie sich verschiedene Ausdrucksformen beeinflussen, sich ergänzen und somit Einblick in eine Gesamtheit geben», schreibt Emch im vollständig bebilderten Ausstellungs-Katalog. Er setzt damit einen Meilenstein in der Geschichte der Triennale Grenchen.