Vebo
Kritik bleibt an Generalversammlung aussen vor

Trotz abruptem Direktorenwechsel, Kisag-Übernahme und Verlust gab es an der Generalversammlung der Vebo keine kritischen Voten.

Hans Peter Schläfli
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Die Vebo verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 einen Verlust. (Archiv)

Die Vebo verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 einen Verlust. (Archiv)

Bruno Kissling

Die Vebo Genossenschaft hat turbulente Zeiten hinter sich und weist für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 1,6 Millionen Franken aus. Dennoch gab es an der 52. Generalversammlung im Oensinger Bienkensaal keine kritischen Diskussionen. Die 286 anwesenden Mitglieder genehmigten einstimmig die Jahresrechnung und mit nur einer Gegenstimme wurde dem Verwaltungsrat der VEBO Genossenschaft die Décharge erteilt.

Auch die Wellen um die Übernahme der Bellacher Kisag AG im vergangenen Februar haben sich gelegt. «Mit der Kisag arbeiten wir seit langem intensiv zusammen, sie wird aber weiterhin eine eigenständige AG bleiben», erklärte Präsidentin Aloysia Sieber.

Nachdem im September 2016 Gilbert Giger von einem Tag auf den anderen von seinem Posten als Direktor der VEBO zurückgetreten war, sprang sein Vorgänger Martin Plüss ad interim ein. Am 1. Juni wird nun Marc Eggimann aus Bellmund seine Arbeit als neuer Direktor aufnehmen. Die Genossenschaft hat heute 1515 Mitglieder. Das ist ein Zuwachs von 22 Mitgliedern. Nicht weniger als 1677 Personen arbeiten derzeit für die Vebo. «Im Durchschnitt haben diese Menschen einen Invaliditätsgrad von 80 Prozent», erklärte der Direktor.

2 Mio. weniger Umsatz

Die grossen Investitionen der jüngsten Zeit haben zur Auflösung von Stillen Reserven im Wert von 2,6 Mio. Franken geführt. Der Erweiterungsbau in Grenchen sollte wie geplant Ende 2017 fertig sein. Der Neubau der Werkstatt Olten ist im vollen Gange und der Einzug ist auf Anfang 2018 vorgesehen.

Sorgen bereitet aber der Rückgang des Betriebsergebnisses, das innerhalb eines Jahres von rund 73 Millionen auf 71 Millionen Franken gesunken ist. «Die Tendenz zeigt nun wieder nach oben», sagte Martin Plüss. Das Umfeld sei schwieriger geworden.

Zum Abschluss der Generalversammlung sprach Stefan Ritler, Vizepräsident des Bundesamts für Sozialversicherungen, zum Thema Inklusion. «Unser Ziel ist es, die Personen mit Einschränkungen im ersten Arbeitsmarkt zu halten», erläuterte Ritler. «Die vielen guten Angebote sind leider nicht so gut koordiniert. Dort haben wir Reformbedarf.»

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