Strassenschreck ist vielleicht eine zu harmlose Beschreibung des 25-jährigen Albaners, der aus dem Süden Serbiens stammt: Er ist alkoholisiert und mit einem nicht betriebssicheren Auto gefahren, hat Haltezeichen der Polizei nicht beachtet, hat ein Motorrad trotz Ausweisentzug entwendet und einen Auffahrunfall gebaut. Doch das ist längst nicht alles, was im Vorstrafenregister des 22-jährigen Strassenschrecks mit serbischem Pass steht. Dieser muss nun die Schweiz verlassen. Das hat das Bundesgericht entschieden und somit ein Urteil des Solothurner Verwaltungsgerichtes vom Frühjahr 2014 gestützt.

Hauptgrund für die Rückschaffung waren jedoch Drogendelikte: Der Mann hatte mehrere Hundert Gramm Kokain- und Heroingemisch verkauft. Er sei «ein typischer Gassendealer», der zur Finanzierung des eigenen Konsums Drogen verkaufte, urteilte das Gericht. Wegen seiner Drogendelikte wurde er 2013 zu 28 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon 16 Monate bedingt. Zudem erlog er sich einen Bankkredit über 40 000 Franken. Pornographie, Widerhandlung gegen das Waffengesetz, Urkundenfälschung und bandenmässiger Diebstahl sind weitere Einträge im Strafregister.

Er sei zwar sozial integriert, hielt das Gericht zum jungen Mann fest, der 1993 mit seiner Mutter und den vier Geschwistern dem Vater in die Schweiz folgte. Wirtschaftlich aber sei der Mann nie in der Schweiz angekommen: Er blieb unentschuldigt der Schule fern, mit 13 kamen die ersten Strafanzeigen. Er hat keinen Berufsabschluss, war immer wieder arbeitslos, Schulden über 60 000 Franken häuften sich an, zeitweise bezog der Mann offenbar Sozialhilfe.

«Viele junge Menschen ziehen in Länder, die ihnen fremd sind»

Zwar, so fasste das Bundesgericht zusammen, soll die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der schon lange hier lebt, «nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden.» Doch die 28-monatige Freiheitsstrafe, die wiederholte Straffälligkeit und die schlechte Prognose sah das Gericht als Gründe für eine Ausweisung an. Schliesslich sei eine Ausschaffung bei «wiederholter, bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn jemand hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat.»

Dass die ganze Familie des jungen Mannes hier lebt und er kaum Kontakte in die Heimat hat, anerkannten die Lausanner Richter zwar, sie hielten aber fest: «Auch wenn der Beschwerdeführer keine Verwandten in Serbien mehr hat, ist doch darauf hinzuweisen, dass weltweit viele junge Menschen im Alter des Beschwerdeführers in Länder ziehen, die ihnen völlig fremd sind, und sich dort ohne weiteres zu integrieren vermögen.» Und schliesslich, so das Bundesgericht, spreche der Mann gar albanisch.