Kriminalitätsstatistik
Mehr Prävention als Strafverfolgung

Die schweren Gewalttaten und die Cyberkriminalität nehmen zu. Vor allem letztere fordert die Polizei auf neuen Gebieten.

Balz Bruder
Balz Bruder
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Immer mehr Verbrechen werden im Internet begangen.

Immer mehr Verbrechen werden im Internet begangen.

Erwin Wodicka / fotolia

Das ist die spannendste Erkenntnis der jüngsten Kriminalitätsstatistik – auch Bundes- ebenso wie auf Kantonsebene: Die Internetkriminalität, für das vergangene Jahr erstmals separat ausgewiesen, nimmt zu. Betrug, Geldwäscherei, Pornografie– vieles spielt sich heute im Netz ab.

Das verändert die Polizeiarbeit. Es macht sie anspruchsvoller und aufwendiger. Und es sind nicht nur mehr und andere Qualifikationen gefragt. Es bedarf auch anderer Instrumente, um die Delikte zu verfolgen. Vor allem aber, um sie zu verhindern.

Das ist gewiss keine epochale Feststellung, aber eine, die über den Tag hinaus Bedeutung hat. Gerade im Kanton Solothurn, wo die Politik nicht nur mehr Stellen für die Bekämpfung der Cyberkriminalität gesprochen, sondern der Souverän auch eine Revision des Kantonspolizeigesetzes beschlossen hat.

Dass die Normen des Erlasses derzeit am Bundesgericht noch auf ihre Verfassungsmässigkeit geprüft werden und die Inkraftsetzung damit verzögert wird, mag bedauerlich sein. Aber die Legitimation, die Mittel mit der gebotenen Sorgfalt zur Anwendung zu bringen, wird danach umso höher sein.

Dies in der Annahme, dass das höchste Gericht die verdeckte Vorermittlung, Fahndung und Observation schliesslich auch sanktionieren wird. Was mit Blick auf die Anwendung in anderen Kantonen anzunehmen ist.

Jede Straftat, die durch wirkungsvolle Präventionsarbeit verhindert werden kann, ist ein Opfer weniger.