Rubrik
«Krass politique»: Total krass, wer hier alles vorkommt

In der Rubrik «Krass politique» bekommen Solothurner Politiker ihr Fett weg.

Drucken
Teilen
Kurt Fluri wurde diese Woche vom Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter zum Rücktritt aufgefordert.

Kurt Fluri wurde diese Woche vom Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter zum Rücktritt aufgefordert.

Keystone

Es gibt Leute, die wollen Kurt Fluri schon lange in die Wüste schicken: Jene, die ihn nach bald 24 Jahren nicht mehr als Stadtpräsident von Solothurn haben möchten. Oder jene, die ihn schon längst aus dem Nationalrat vertreiben wollen, wo er seit 2003 sitzt. Genau aus diesem Gremium will ihn nun auch der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter raus ekeln: Per «offenem Brief» forderte er Fluri zum Rücktritt auf, da er der SVP in Sachen Masseneinwanderungsinitiative die Party verdorben hat. Da dürfte sich der Goldküsten-Banker aber den falschen Finger verbunden haben: Er, der erst 2014 für Christoph Blocher in den Nationalrat rutschte, kennt halt die sprichwörtliche Sesshaftigkeit des Solothurner Polit-Urgesteins noch nicht. (ums.)

Welches sind die ungeschriebenen Gesetze bei Solothurner Wahlen? Grünen-Präsident
Felix Wettstein kennt eines, wie er seinen Parteischäfchen am Donnerstagabend erklärte. So wird ein amtierender Regierungsrat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wiedergewählt, wenn er keine allzu grossen Böcke geschossen hat. «Er muss sich für die Wiederwahl nicht einmal Lorbeeren geholt haben», so Wettstein. «Sonst müssten der eine oder andere der drei Bisherigen im nächsten halben Jahr noch kräftig Gas geben.» Wer will da widersprechen. Jetzt wo die Grünen einen Kandidaten suchen, kann Wettstein beweisen, dass er es besser könnte. Nur leider lässt sich aus den bisherigen Wahlergebnissen der Solothurner Grünen auch ein Gesetz ablesen ... (lfh)

Es braucht einen Schlussspurt für die Initiative Grüne Wirtschaft. Das war den Grünen klar. Doch wie kann man Leute motivieren, abstimmen zu gehen? Felix Glatz-Böni, Grünen-Kantonsrat, verriet ein Rezept. Der Lehrer beschrieb anschaulich, wie Gruppendynamik entsteht – und verriet dabei brisante Interna aus der letzten Sitzung der kantonsrätlichen Geschäftsprüfungskommission. Als man da bei einem Amtschef gewesen sei, hätte es zuerst nämlich keiner gewagt zu sagen, dass er einen Kaffee will. Bis der erste doch noch Ja gesagt habe. Dann hätten alle Kaffee genommen. Im Interesse der Grünen Wirtschaft hoffen wir zumindest, dass Solothurner Chefbeamte Fair-Trade-Bohnen und keinen Kapsel-Kaffee kaufen. (lfh)

Ein grosses Porträt brachte der «Blick» über Kurt Fluri aus aktuellem Anlass. Spröde wirke Fluri manchmal, hiess es. Doch der FDP-Nationalrat zeigte umgehend, dass er (trockenen) Humor hat. Auf die Kritik angesprochen, dass er schon mal öffentlich einnicke, konterte Fluri: «Das ist eine Reaktion darauf, was einem geboten wird. Da ist man vielleicht mal abgelenkt». Gut gegähnt, Löwe! (lfh)

Er hinkt nicht hinterher, hat sich nicht den falschen Fuss verbunden und keinen Schuh herausgezogen. Aber er hinkt, hat sich den rechten Fuss verbunden und trägt dort statt eines Schuhs eine Manschette. Wenigstens eine schwarze. Doch offenbar war CVP-Ständerat Pirmin Bischof für einmal nicht ganz so standfest. Er machte einen Misstritt. Was keineswegs mit einem Fehltritt zu verwechseln ist. Bischof ist auch nicht in das berühmte «Sie wissen, was wir meinen» getreten. Denn an seiner Fuss-Manschette sieht man nirgends – eine Spur von Fett. (ww)