Krankenkassen

Krankenkassen sollen Psychotherapie übernehmen müssen

Symbolbild

Der Regierungsrat ist damit einverstanden, dass der Zugang zu psychotherapeutischen Behandlungen erleichtert wird. Diese Behandlungen sollen künftig von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) bezahlt werden.

Zurzeit ist das Abrechnen von psychotherapeutischen Leistungen zulasten der Krankenkassen nur möglich, wenn Psychotherapeutinnen und -therapeuten unter der Aufsicht von Arztpersonen als deren Angestellte tätig sind. In Zukunft sollen Psychotherapeuten solche Leistungen auf ärztliche Anordnung hin in eigener fachlicher Verantwortung erbringen und selber mit der Krankenversicherung abrechnen dürfen.

Der Regierungsrat befürwortet die vom Bundesrat beabsichtigte Neuregelung. Das Erbringen von Leistungen zulasten der OKP auf ärztliche Anordnung hin, habe sich bereits bei anderen Berufsgruppen bewährt (z. B. Neuropsychologie, Physiotherapie, Pflege). Das eigenständige Erbringen psychotherapeutischer Leistungen mit klaren, verbindlichen Vorgaben ermögliche eine Verbesserung der Versorgungsabdeckung in diesem Bereich (z. B. Kinder- und Jugendpsychiatrie, Notfälle, ländliche Gebiete).

Die geplante Änderung bewirkt allerdings Mehrkosten, da eine Verlagerung von aktuell noch privat oder über die Zusatzversicherungen bezahlten Leistungen auf die OKP erfolgt.
Deshalb sollten die Kantone nach Ansicht des Regierungsrates die Möglichkeit haben, Psychotherapeuten die Tätigkeitsaufnahme zulasten der OKP ab einem bestimmten Anstieg der Kosten im Bereich der Psychotherapie zu untersagen. (szr)

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