Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung für den heute 41-jährigen C.* ist rechtmässig. Das Bundesgericht schützt ein Urteil der Solothurner Behörden. Diese waren zum Schluss gekommen, dass der gebürtige Kosovare eine Scheinehe eingegangen war und seine Niederlassungsbewilligung erschlichen hatte. Er muss mit seiner zweiten Frau und drei Kindern die Schweiz verlassen.

Ehe mit gebürtiger Thailänderin

Seine Asylgesuche waren 1992 und 1997 abgewiesen und C. aus der Schweiz weggewiesen worden. Auch beim dritten Versuch drohte ein negativer Asylentscheid. Diesem kam der Kosovare zuvor: Er heiratete 1999 eine 17 Jahre ältere, ursprünglich aus Thailand stammende Schweizerin – mit der er sich allerdings sprachlich nicht verständigen konnte. Immerhin: Auf diesem Weg erlangte C. im Mai 2005 die Niederlassungsbewilligung.

Im November des gleichen Jahres trennten sich C. und seine erste Frau; im Juni 2006 liessen sie sich scheiden. Bereits einen Monat später heiratete C. in seiner ursprünglichen Heimat eine Kosovarin und stellte drei Monate später das Gesuch um Familiennachzug seiner zweiten Frau samt deren Kindern (damals vier- und dreijährig). Die zwei Kinder, so die Erklärung gegenüber den Migrationsbehörden, seien ausserehelich geboren, je mit unbekanntem Vater.

Kein Eintreten auf Familiennachzugsgesuch

Die schweizerischen Behörden schöpften den Verdacht, dass C. mit seiner zweiten Frau schon während der ersten Ehe eine Beziehung hatte und er auch der Vater der zwei Kinder sei. DNA-Analysen, die hätten Klarheit schaffen können, stimmte das Paar zuerst zu, verweigerte sie aber später doch. Im Mai 2007 kam im Kosovo ein drittes Kind zur Welt, worauf die Frau und die drei Kinder ein auf drei Monate beschränktes Besuchervisum erhielten, Dies, nachdem die Frau einer DNA-Analyse zugestimmt hatte. Nach ihrer Einreise in die Schweiz, im Juli 2007, verweigerte sie die Blutprobe aber erneut. Gleichzeitig stellte sie aber das Gesuch um eine Aufenthaltsbewilligung bis zum Abschluss des Verfahrens.

Nach einem (wie das Bundesgericht jetzt feststellte «überaus langen Gesuchsverfahren») reagierten die Solothurner Behörden im Februar 2012 endlich: Das Departement des Innern widerrief die Niederlassungsbewilligung für C. und verweigerte das Eintreten auf das Familiennachzugsgesuch. Dagegen erhob Familie C. Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn. Den ablehnenden Entscheid zog sie im Oktober 2012 ans Bundesgericht weiter.

«Rückkehr in Kosovo zumutbar»

«Der Beschwerdeführer hat die Schweizer Migrationsbehörden getäuscht, indem er eine Scheinehe eingegangen ist, um sich zunächst eine Aufenthaltsbewilligung und in der Folge eine Niederlassungsbewilligung zu erschleichen», stellt das Bundesgericht fest. C. habe gegen seine grundlegende Pflicht zur Mitwirkung «in schwerwiegender Weise verstossen». Dazu komme, dass er «während Jahren vollständig von der Sozialhilfe unterstützt werden musste und dies auch heute noch teilweise der Fall ist». Er könne daher «jedenfalls wirtschaftlich nicht als in die Schweiz integriert gelten». Da C. bis zu seinem 27. Altersjahr überwiegend im Kosovo gelebt habe, kenne er «Sprache und Kultur des Kosovo bestens».

Erst recht zumutbar sei die Ausreise für die Ehefrau, die erst 2007 in die Schweiz gekommen sei und die ihrerseits «ihre Einreise mit treuwidrigem Verhalten erschlichen» habe. Als «problematisch» bezeichnen die Lausanner Richter einzig die Folgen für die Kinder, die sich während rund sechs Jahren hier integriert hätten. Ihre Anwesenheit in der Schweiz sei aber «Folge des treuwidrigen Verhaltens ihrer Mutter»; eine Rückkehr in den Kosovo deshalb letztlich auch ihnen «zuzumuten».

*Name geändert