Buslinien

Konzession an RBS ist ein schwerer Schlag für Messener Busfirma

Die gelben Postautos der Steiner & Co werden voraussichtlich ab Ende 2003 seltener zu sehen sein

Die gelben Postautos der Steiner & Co werden voraussichtlich ab Ende 2003 seltener zu sehen sein

Erstmals wechselt der Kanton Solothurn eine öV-Konzession an einen neuen Anbieter. Für das traditionsreiche Messener Busunternehmen Steiner & Co. ist der Verlust der 13 Postautolinien im solothurnisch-bernischen Grenzgebiet ein herber Schlag.

Das Unternehmen bedient im Auftrag von PostAuto Schweiz AG alle Strecken, die nun im Dezember 2013 an den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) übergehen sollen. Dieser hat die Neu-Ausschreibung gewonnen. Geschäftsführer Philipp Steiner, der Sohn des Firmengründers Martin Steiner, will sich allerdings zu den Auswirkungen auf das Unternehmen nicht äussern und verweist an die PostAuto AG in Bern.

Beschwerde möglich

Dort ist zu erfahren, dass 21 Vollzeitstellen vom Wechsel betroffen sind, wie PostAuto-Sprecherin Katharina Merkle erklärt. Wie viele Angestellte wirklich zum RBS wechseln, ist aber noch offen. Dieser ist gemäss Rahmen-GAV der Kantone Bern und Solothurn verpflichtet, den Chauffeuren eine Stelle anzubieten.

Zu welchen konkreten Anstellungsbedingungen (z. B. Löhnen), sei noch nicht entschieden, sagt RBS-Sprecherin Christine Schulz. Insbesondere wolle man zuerst die Beschwerdefrist abwarten. Die bisherige Betreiberin hat 30 Tage Zeit, um beim zuständigen eidgenössischen Departement Uvek eine beschwerdefähige Verfügung einzufordern und diese anschliessend vom Bundesverwaltungsgericht beurteilen zu lassen. Ob diese Beschwerde zu erwarten ist, lässt die PostAuto Schweiz AG zurzeit offen.

Schülertransporte nicht betroffen

Auch was mit den gelben Postautos in Steiners Garage ab Ende nächsten Jahres geschieht, bleibt vorerst unklar. Ein Teil bleibt wohl für die drei verbleibenden Postautolinien im Einsatz, welche das Busunternehmen weiter betreibt. Es sind die Strecken 30.882 Bätterkinden-Oberramsern- Balm-Messen- Schnottwil, 30.885 Lohn-Lüterkofen- Mühledorf-Schnottwil und 30.886 Lohn-Lüterkofen-Bibern-Schnottwil. Die Schülertransporte im Bezirk Bucheggberg sind somit nicht vom Wechsel des Anbieters betroffen.

Erstmaliger Konzessionswechsel

Es ist das erste Mal unter dem aktuellen Ausschreibungs- und Bestellregime, dass für öV-Strecken im Kanton Solothurn die Konzession von einem Unternehmen an ein anderes übergeht, bestätigt Ludwig Dünbier, Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr im kantonalen Amt für Tiefbau und Verkehr. Die 13 betroffenen Strecken liegen allerdings grossmehrheitlich im Kanton Bern, weshalb dieser auch die Federführung für die Ausschreibung übernahm. Die Finanzierung des Angebots erfolgt gemeinsam durch die Kantone Bern und Solothurn sowie durch den Bund.

Das Geld war (mit-)entscheidend

Der Entscheid, den Auftrag an den RBS zu vergeben, sei einstimmig gefallen, erklärt Dünbier. «Das Angebot des RBS überzeugte insbesondere in den Bereichen Personal, Fahrzeuge und Betriebsführung», halten die Kantone in einer gemeinsamen Mitteilung fest. Die jährlich rund 1,1 Mio. gefahrenen Kilometer des ausgeschriebenen Busangebotes würden zudem zu einem um 1,3 Mio. Fr. günstigeren Preis erbracht.

19 Millionen Franken für vier Jahre

Laut der «Berner Zeitung» hat sich auch die Aare-Seeland-Mobil um die Buslinien beworben. Der RBS, der nun zum Handkuss kommt, beziffert das Auftragsvolumen für vier Jahre auf gut 19 Mio. Fr. Der Zuschlag gilt vorerst für vier Jahre und kann optional um weitere sechs Jahre verlängert werden. Der RBS beschäftigt 400 Mitarbeitende. Hauptbesitzer sind der Bund (31 %), die Kantone Bern (35 %) und Solothurn (8%) sowie BernMobil (15%).

Meistgesehen

Artboard 1