Das Unternehmen habe wegen Überschuldung die Bilanz deponiert, wie René Schöni, zuständiger Sacherbearbeiter beim kantonalen Konkursamt, auf Anfrage bestätigt.

Nach Angaben des Verwaltungsratspräsidenten von Decovis (seinen Namen will er nicht genannt haben) habe der Wegfall eines Hauptkunden mit einem Umsatzanteil von 30 Prozent zur Insolvenz beigetragen.

Hinzu sei die «kriselnde Uhrenbranche» als wichtige Kundenbranche gekommen. Bei einem direkten und indirekten Exportanteil von 70 Prozent habe sich die Frankenstärke negativ ausgewirkt.

«Wir mussten einen ‹Eurorabatt› von zwölf Prozent gewähren – und dies bei einer Marge von acht Prozent», sagt der Präsident, welcher die 1928 unter dem Namen Schraubenfabrik Ernst Emch AG gegründete Decovis im Sommer 2014 übernommen hat.

Zu spät reagiert?

Warum wurde nicht früher auf die Herausforderungen reagiert? Man habe die Kosten gesenkt und versucht, die erhöhten Qualitätsansprüche der Kunden zu erfüllen, was aber mit dem «überalterten Maschinenpark» kaum möglich gewesen sei.

Es seien 180 000 Franken investiert worden, aber es habe sich gezeigt, dass «für eine wirkungsvolle Revision ein Kapital von mindestens 800 000 Franken» nötig gewesen wären.

Es sei nicht gelungen, das Verbesserungspotenzial genügend rasch umzusetzen. Zwar habe die Budgetierung gezeigt, dass «ab Mitte 2016 schwarze Zahlen geschrieben worden wären. Aber die Bank und die Gläubiger hatten diese Geduld nicht».

Zurück bleibt Debakel

Unabhängig davon, wer die Verantwortung für die Firmenschliessung trägt, bleibt ein Schock zurück. 13 Mitarbeitende haben ihren Arbeitsplatz verloren. Ein Lernender sei nahtlos von der Firma Aeschlimann Décolletage AG in Lüsslingen übernommen worden.

Nach Angaben des Firmeneigentümers seien die Sozialleistungen bezahlt worden. Den Oktoberlohn hätten die Betroffenen über das Insolvenzverfahren eingefordert.

Das Personal sei seitens des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) über das Vorgehen in Sachen Arbeitslosenversicherung und Insolvenzforderungen informiert worden, bestätigt AWA-Chef Jonas Motschi.

Bis zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung könnten diese Forderungen angemeldet werden. Danach erfolge die Entschädigung über die ordentliche Arbeitslosenversicherung, vorausgesagt, die Belegschaft melde sich beim RAV an.

Für die Betroffenen sei der Verlust des Arbeitsplatzes «tragisch und schlimm». Auch wenn sich die Decovis in einer schwierigen Branche bewege, sei es sehr schade, dass solche traditionsreichen Firmen verschwinden.

Angaben über das Ausmass des finanziellen Schadens könnten erst später gemacht werden, erklärt Schöni vom Konkursamt. Zuerst erfolge nun die Einvernahme der Eigentümerschaft, die Aufnahme des Inventars und der verwertbaren Aktiven sowie der ausstehenden Forderungen über einen Schuldenruf.