Leserwandern
Königsetappe mit 811 Meter Aufstieg: Sogar Auswärtige von Aussicht begeistert

90 Königinnen und Könige waren am Dienstag im Solothurner Jura unterwegs. Die Bezeichnung ist verdient, absolvierten die Leserwanderer doch die Königsetappe.

Franz Schaible
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Bei der Thalstation der Weissensteinbahn gab es Informationen zur Seilbahn
34 Bilder
Jürgen Hofer und SZ-Redaktor Franz Schaible
Steil gings bergauf von Oberdorf auf den Hinter Weissenstein
Kurze Pause auf dem Hinter Weissenstein
Weiter gehts zum Kurhaus
Das letzte Stück wird auf Asphalt zurückgelegt.
Das letzte Stück wird auf Asphalt zurückgelegt.
Baustelle bei der Bergstation Weissenstein
Apero auf der Terrasse des Kurhauses
Abmarsch Richtung Balmberg
Kurz vor der Röti Angeführt von Wanderleiter Jürgen Hofer (im grünen Hemd) erklomm die Wanderkarawane den höchsten Punkt der 22 Etappe
Auf dem Weg zur Röti
22. Etappe der Leserwanderung von Oberdorf auf den Balmberg
Gipfelfoto auf der Röti
Sie stossen auf die Wanderung an

Bei der Thalstation der Weissensteinbahn gab es Informationen zur Seilbahn

Patrick Züst

Sie führte von Oberdorf auf den Weissenstein, über die Röti auf den Balmberg. Das heisst: 8,4 Kilometer lang, 811 Meter Aufstieg und 410 Meter Abstieg. Eine respektable Leistung, die alle Teilnehmenden mit Bravour erfüllten.

Schweisstreibender Aufstieg

Die Rahmenbedingungen für die Königsetappe stimmten. Das ideale Wanderwetter – schön, nicht zu kühl und nicht zu heiss – lockte eine hohe Anzahl an Teilnehmenden auf die anspruchsvolle Wanderung. Um 9.15 Uhr ging es los am Bahnhof Oberdorf. Jürgen Hofer, Direktor Region Solothurn Tourismus, führte die eindrückliche Karawane an. Zuvor informierte er die Wanderer bei der Baustelle der Talstation kurz über die sich im Bau befindliche Seilbahn auf den Weissenstein, welche am 20. Dezember eröffnet wird. Die Bahn mit einer Länge von 2,4 Kilometern kann 900 Personen pro Stunde befördern und die Fahrt wird 10 Minuten dauern.

Zu Fuss dauert es einiges länger, wie die Wanderschar am eigenen Leib spürte. Bereits nach 20 Minuten zog sich beim steilen Aufstieg auf den Hinter-Weissenstein – am Steinbruch vorbei – das Feld in die Länge. Nach 50 schweisstreibenden Minuten gab es die erste wohlverdiente Trinkpause. Um 10.30 Uhr, auf 1226 Meter über Meer, war die Ebene beim Hinter-Weissenstein erreicht. «Wir sind im Zeitplan», sagte Hofer und verordnete eine kleine Verschnaufpause. Diese wurde genutzt, Trinkflaschen und Sandwiches ausgepackt.

Exakt um 11.25 Uhr erreichte die Wanderschar das erste Hauptziel der Leserwanderung, das Kurhaus Weissenstein. Zum ersten Mal auf einer Etappe mit dabei war der Solothurner Fritz Suter. «Die Königsetappe hat mich gereizt, weil sie anspruchsvoll ist und ich schon lange Zeit nicht mehr auf dem Solothurner Hausberg war», erzählte der sportliche 68-Jährige. Er sei aber schon seit drei Jahren eigentlich ein Zeitungswanderer – als Verträger der Solothurner Zeitung, sagte er lachend. Er und seine Mitwanderer wurden alle für den «Krampf» belohnt: Die Aussicht ins von der Aare geprägte Mittelland und auf die drei Seeland-Seen war prächtig, auch wenn die fernen Alpen hinter einer Wolkendecke versteckt blieben.

Neue Masten per Heli

Beim von den Hauptsponsoren der Seilbahn Weissenstein – GA Weissenstein, Baloise Bank SoBa und AEK Energie AG – offerierten Apéro rührte Marco Lupi, Projektleiter Marketing bei der GA Weissenstein, die Werbetrommel für die neue Bahn. Man könne bereits Fahrkarten für die Bahn kaufen – ideal als Geschenk, meinte er schmunzelnd. Als Attraktion kündigte er den kommenden Montag an.

Dann sollen per Helikopter die 17 Masten auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt werden. Und Ende August würden die drei Hauptsponsoren ihren gemeinsamen Werbe-Auftritt in den drei Stationen und an den Gondeln der Öffentlichkeit präsentieren. Zurückhaltung sei angesagt, es soll schliesslich keine Disneybahn entstehen. Ebenfalls kein Disneyland rund ums Kurhaus will Jürgen Hofer. Zwar brauche es trotz der wunderschönen Landschaft weitere Attraktionen. Diese müssten aber landschaftsverträglich sein.

Kompliment auf höchstem Punkt

Eine Stunde später ging es weiter. Ziel war die Röti, mit 1395 Metern über Meer der höchste Punkt der 22. Etappe der diesjährigen Leserwanderungstour. Auch hier. Die Aussicht – nicht nur ins Mittelland, sondern auch ins Thal und auf die hinteren Juraketten – war prachtvoll. So prachtvoll, dass ein Aargauer Gastwanderer beeindruckt meinte: «Solothurn hat also schöne Naturflecken und tolle Aussichtspunkte.»

Wiederum etwa 40 Minuten später traf die Wandertruppe auf dem Balmberg ein, dem Endziel. Körperlich «geschafft», aber zufrieden und auch ein wenig stolz über die Leistung. Waren doch seit dem Start in Oberdorf fünf Stunden vergangen.

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