Schwimmbad
Komplizierte Schutzauflagen: Badis in der Region verzichten auf eine Öffnung

Wegen der Lockerungen dürfen auch die Schwimmbäder wieder Gäste empfangen. Viele Betreiber warten aber mit der Eröffnung bis zum 8. Juni. Das Branchenschutzkonzept greift nämlich erst ab dann und ermöglicht eine höhere und rentable Besucheranzahl.

Jacqueline Schreier
Merken
Drucken
Teilen
Der Badespass muss noch auf sich warten lassen − Badis öffnen voraussichtlich im Juni.

Der Badespass muss noch auf sich warten lassen − Badis öffnen voraussichtlich im Juni.

Michel Lüthi

Ein Grund zur Freude für alle Sportbegeisterten: Ab kommenden Montag sind Trainings im Breitensport wieder erlaubt. Man darf wieder ins Fitnessstudio, auf den Sportplatz − und ins Schwimmbad. Gemäss dem Bundesratsbeschluss vom 29. April dürfen ab 11. Mai sowohl Frei- wie auch Hallenbäder wieder Schwimmgäste empfangen. Dennoch zögern viele Betreiber mit der Öffnung der Anlagen. Zu kompliziert seien die Auflagen, zu aufwendig der Betrieb. Wie das Schweizer Schwimmbad Portal Badi-Info schreibt, werden am 11. Mai laut der eingegangenen Meldungen erst sehr wenige Bäder den Betrieb wieder aufnehmen. Badi-Info listet gerade einmal eine Hand voll Schwimmbäder in der Schweiz auf, die am 11. Mai ihre Türen öffnen wollen.

Eine Umfrage bei den kantonalen Badis zeigt: Es lohnt sich für die Betreiber nicht, den Betrieb bereits jetzt hochzufahren. Denn bis auf Weiteres gelten in den Badis die üblichen Schutzmassnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus möglichst einzuschränken. So dürfen die Schwimmbäder zwar bereits ab dem 11. Mai Gäste empfangen, aber aufgrund des Versammlungsverbots dürfen sich nur fünf Personen gleichzeitig im Becken − unabhängig dessen Grösse − aufhalten. Aufwand und Ertrag stehen so für die Badis in keinem Verhältnis.

Die Solothurner Badis bleiben zu

Auch in der Region Solothurn müssen sich die Wasserratten noch gedulden. Das Hallenbad in Solothurn öffnet zwar für Leistungssportler, Vereine und Schulen, das Breitenpublikum müsse aber leider noch warten, erklärt Chefbademeister Pascal Prétôt. Denn das Freibad bleibe vorläufig noch geschlossen. «Wir hoffen aber, dass wir bald wieder öffnen können. Wir sind parat und die Anlagen laufen. So können wir, sobald der Entscheid der Stadt kommt, schnell öffnen», so Prétôt. Man warte aber vorerst die nächsten Schritte des Bundesrates ab, der am 27. Mai über weitere Lockerungen informieren wird.

Ähnlich zurückhaltend zeigt sich das Schwimmbad Eichholz in Gerlafingen. Auf Anfrage hiess es, dass Vieles noch unklar sei und erst geklärt werden müsse. Sicher sei nur, dass mit einer Öffnung am kommenden Montag kaum zu rechnen sei. Man fasse eher den ursprünglich kommunizierten 8. Juni als Saisonstart ins Auge. Die Badi Grenchen handhabt es ebenso. «Das Schwimmbad Grenchen wird am Montag, 8. Juni öffnen, wenn am 27. Mai nicht anderslautende Vorgaben vom Bundesrat mitgeteilt werden», teilt Paul Markus Joss, Leiter des Schwimmbads, mit. Als über die Inbetriebnahme der Anlage entschieden werden musste, sei eine Öffnung vor dem 8. Juni nicht absehbar gewesen. «Heute können wir sagen, dass dieser Entscheid richtig war, angesichts der sehr einschränkenden Schutz- und Eintrittsvorgaben für eine Eröffnung am 11. Mai 2020», sagt Joss.

Urs Jäggi, Direktor des Sportzentrums Zuchwil, nennt ebenfalls den 8. Juni als Eröffnungsdatum des Freibads. Weitere Anlagen, so das Hallenbad, der Wellnesspool und der Saunapark, sollen erst im Juli folgen. Auch das Oltner Freibad, welches anfänglich bereits am Montag öffnen wollte, wird nun laut Stadtkanzlei vorerst doch noch geschlossen bleiben.

Schutzkonzept erlaubt mehr Badegäste

Der 8. Juni ist für die Badis deshalb Stichtag, weil ab diesem Datum das beim Bund eingereichte und bewilligte Schutzkonzept des Verbandes Hallen- und Freibäder (VHF) in Kraft tritt. Dieses ermöglicht mehr Besucher in den Badis. Das Schutzkonzept sieht vor, dass eine Person pro zehn Quadratmeter Wasser zugelassen ist. In den Umkleiden sowie auf der übrigen Anlage gilt die übliche zwei Meter Abstand-Regel. Auch Schwimm- und Ausbildungskurse dürfen - zumindest in Gruppen von fünf Personen - wieder stattfinden.

Zu guter Letzt schreibt das Schutzkonzept die Protokollierung aller Schwimmbadbesucher vor. Jeder Badegast muss sich mit seinen Personalien in einer Liste eintragen, um eine etwaige Nachverfolgung ermöglichen zu können. Allerdings, so hat es auch der Bundesrat explizit formuliert, sollen die Frei- und Hallenbäder nur für Schwimmgäste offen stehen und nicht um sich mit Freunden zu treffen oder sich zu bräunen. Aus diesem Grund teilte beispielsweise das Oltner Freibad mit, dass es keinen Freizeitbetrieb geben wird und alle Liegewiesen, Rutschen und Spielplätze gesperrt bleiben.