Kommentar
Teilintegration der Stadtpolizei Grenchen in die Kantonspolizei: Das Undenkbare wird geprüft

Die Grenchnerinnen und Grenchner wollen es zumindest überprüfen: Soll die Stadtpolizei teilweise in die Kantonspolizei integriert werden?

Urs Mathys
Urs Mathys
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Das Logo der Stadtpolizei Grenchen.

Das Logo der Stadtpolizei Grenchen.

Andreas Toggweiler

Es spricht für die Grenchner Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, dass sie über den eigenen Schatten springen und das zuvor «Undenkbare» nicht nur denken, sondern jetzt – einstimmig – auch vertieft prüfen (lassen) wollen: Die Teilintegration der Stadtpolizei in die Kantonspolizei.

Kurzfristig wäre es in der Lokalpolitik zweifellos populärer gewesen, gegenüber dem Liebeswerben des Kantons auch weiterhin die kalte Schulter zu zeigen. Doch gute Politik darf nicht vom Moment diktiert, sondern muss auf die Zukunft ausgerichtet sein.

In ihren Workshops stellten sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte offensichtlich die zentrale Frage, ob die Stadt nicht elementarere Aufgaben zu erfüllen hat als die Finanzierung eines eigenen Polizeikorps. Dass man in Olten nach der Integration der Stadtpolizei in die Kantonspolizei unter dem Strich gute Erfahrungen gemacht hat, dürfte in Grenchen zweifellos mit dazu beigetragen haben, das Visier zu öffnen.

Auch wenn die Not der knappen Finanzen und nicht der eigne Trieb die Grenchner nun ebenfalls in die Arme des Kantons treiben sollte, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Der jetzt in Auftrag gegebene Bericht wird zeigen, ob die ins Auge gefasste Teilintegration – was nicht integriert wird kostet dann halt weiterhin – die gewünschten und nötigen Einsparungen bringt. Oder ob es am Ende eben nicht doch besser ist, gleich Nägel mit Köpfen zu machen.