Energiestrategie 2050
Komitee: «Ein Franken pro Woche und Haushalt reicht»

Im Kanton Solothurn wirbt ein breit abgestütztes Komitee für ein Ja. Es ist überzeugt: Die Energiewende ist bezahlbar.

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Das Co-Präsidium Energiestrategie 2050-JA (v.l.n.r.): Bauernsekretär Peter Brügger, Unternehmer Michel Aebi, SP-Kantonsrätin Franziska Roth, Beat Späti, Ständerat Roberto Zanetti, Unternehmer Josef Maushart, BDP-Kantonsrat Markus Dietschi, Nationalrat Philipp Hadorn, Nationalrätin Bea Heim, Grünen-Kantonsrat Felix Wettstein. Auf dem Bild fehlen: GLP-Kantonalpräsident Georg Aemissegger, Ständerat Pirmin Bischof, CVP-Kantonsrätin Sandra Kolly und Nationalrat Stefan Müller.

Das Co-Präsidium Energiestrategie 2050-JA (v.l.n.r.): Bauernsekretär Peter Brügger, Unternehmer Michel Aebi, SP-Kantonsrätin Franziska Roth, Beat Späti, Ständerat Roberto Zanetti, Unternehmer Josef Maushart, BDP-Kantonsrat Markus Dietschi, Nationalrat Philipp Hadorn, Nationalrätin Bea Heim, Grünen-Kantonsrat Felix Wettstein. Auf dem Bild fehlen: GLP-Kantonalpräsident Georg Aemissegger, Ständerat Pirmin Bischof, CVP-Kantonsrätin Sandra Kolly und Nationalrat Stefan Müller.

zvg

Ein 14-köpfiges Co-Präsidium macht sich im Kanton Solothurn für die Annahme der Energiestrategie 2050 am 21. Mai stark. Mit dabei sind Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft, dem Umweltschutz und aus unterschiedlichen politischen Ecken. Sie sind überzeugt: Nur ein Franken pro Woche und Haushalt kommt die Energiewende die Bevölkerung zu stehen. «Und dieser Betrag sparen zukünftig effizientere Geräte durch eine tiefere Stromrechnung wieder ein», sieht SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth (Solothurn) eine geringe finanzielle Belastung für die Bevölkerung.

Unternehmer Josef Maushart (CVP, Solothurn) begrüsst die Energiestrategie als einen ersten Schritt in Richtung nachhaltiger Energieerzeugung und kritisiert die vollkommen irreführenden Zahlenspiele der Gegnerschaft. Peter Brügger (Langendorf) vom Solothurner Bauernverband bekräftigt zudem die Wichtigkeit der Selbstversorgung in der Schweiz, auch in der Energiefrage. BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi (Selzach) betont: «Für das einheimische Gewerbe und die Industrie ist das Gesetz eine riesige Chance; zudem werden die Subventionen befristet». Unternehmer Michel Aebi (FDP, Riedholz) hält fest: «Mit der Energiestrategie wird das Geld in der Schweiz investiert, statt für Erdöl und Gas ins Ausland geschickt.»

«Eine Weiche stellen»

Anlässlich seiner konstituierenden Sitzung hat das Co-Präsidium kürzlich das Projekt SoloGrid in Riedholz besucht. Dort untersuchen die vier Unternehmen Adaptricity, AEK, Alpiq und Landis+Gyr zusammen mit dem Kanton Solothurn, wie sich der Energiefluss in einem Stromverteilnetz durch künstliche Intelligenz optimieren lässt. Gastgeber und AEK-Ceo Walter Wirth zeigte sich überzeugt, dass «die intelligente Netzversorgung das Thema von heute ist». Im Haus in Riedholz steht eine Box in der Grösse einer Sechserpackung Eier im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Diese Box mit dem Namen GridSense wird in einem Haushalt an Boiler, Ladestation, Solaranlage, Wärmepumpe und Batterie angeschlossen. Schnell lernt es die Gewohnheiten der Familie kennen und passt die Energieversorgung an. So leitet GridSense zum Beispiel überschüssig produzierten Photovoltaik-Strom in eine Batterie. Ist die Batterie voll und die Solaranlage produziert weiter Strom, leitet die Box den Strom an den Nachbarn weiter. «Da die Boxen indirekt miteinander kommunizieren, wissen diese, wer in der Nachbarschaft gerade Strom benötigt», erklärte Eddi Hächler, Systemtechniker Alpiq, vor Ort. Damit leiste das Solothurner Projekt bereits einen Teil zur Umsetzung der Energiestrategie.

Zum Schluss brachte Grünen-Kantonalpräsident Felix Wettstein (Olten) die gemeinsame Haltung des Co-Präsidiums nochmals auf den Punkt: «Weniger Energieverbrauch. Weg vom Öl. Inländische Produktion». Nicht alle diese Ziele seien bei der Annahme der Energiestrategie auf einen Schlag erreicht. Doch am 21. Mai gehe es um die Chance, mit einem Ja die erste Weiche zu stellen – in die Richtung einer wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Zukunft. (szr)