Mängel
Komitee: «Auch wenn das Resultat erfreulich ist, die Studie über den Weissensteintunnel ist unvollständig»

Die «Vertiefte Studie Weissenstein– Ergebnisbericht für die Mitwirkung» kommt zum Schluss: Jede andere Lösung ist schlechter als eine Sanierung des Weissensteintunnels. Trotzdem ist das Komitee «Weissensteintunnel erhalten» mit der Durchführung der Studie nur mässig zufrieden.

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Das Komitee «Weissensteintunnel erhalten» ist mit dem Schluss der Studie einig, nicht aber mit deren Untersuchungsmethode

Das Komitee «Weissensteintunnel erhalten» ist mit dem Schluss der Studie einig, nicht aber mit deren Untersuchungsmethode

Hanspeter Bärtschi

Das Komitee «Weissensteintunnel erhalten» freut sich über das Resultat der vertieften Studie, weil auch dieses eine Schliessung des Tunnels ablehnt. Allerdings kritisiert das Komitee die Durchführung der Studie.

In der Studie wird nachgewiesen, dass eine Schliessung des Tunnels gravierende Nachteile hätte, die auch mit einem Bussystem nicht wettgemacht werden könnten.

Allerdings würden bei der Studie entscheidende Punkte ignoriert, wie es in einer Medienmitteilung des Komitees «Weissensteintunnel erhalten» heisst. Der gesetzliche Prüfungsauftrag sei nur teilweise und ungenügend wahrgenommen worden.

Weiter sei die Studie wertvoll, sollte aber ergänzt werden. Dabei seien die nachfolgenden Kriterien zu wenig oder gar nicht berücksichtigt worden:

  • Auflagen der Regionalpolitik, insbesondere die Bedürfnisse der wirtschaftlichen Entwicklung der Rand-und Berggebiete;
  • Anliegen der Raumordnungspolitik;
  • Anliegen des Umweltschutzes;
  • Anliegen der Behinderten.

Die obengenannten Punkte würden (wenn erwähnt) als «Umweltschutzaspekte» oder «Nachteile» für den Tourismus und die Standortqualität behandelt, so das Komitee.

Die tatsächlichen Folgen für die Entwicklung der Region Thal und das Gesamtprojekt Weissensteins seien nicht untersucht worden.

Die Studie beschränke sich einzig auf die verkehrlichen fahrplantechnischen Auswirkungen. Die langfristige Entwicklung des Weissenstein als Tourismus Region und Naherholungsgebiet sei aber besser zu berücksichtigen.

Die regionalpolitischen und raumplanerischen Auflagen müssten entsprechend gewichtet und in die Gesamtwertung einbezogen werden.

Wirtschaftlichkeit als Faktor überschätzt

Das Komitee ist ebenfalls der Meinung, dass ausserdem die Wirtschaftlichkeit als Faktor überschätzt worden und fälschlicherweise einzig dem Kriterium «Angebotsqualität» ungewichtet und als feste Grösse gegenübergestellt worden sei. Der Auftrag sei aber die Prüfung und Beurteilung aller massgebenden Parameter.

Die Studie komme zum Schluss, dass die Angebotsqualität bei jeder Variante mit der Schliessung des Tunnels schlechter werde. Der Bedeutung des weiteren Vorgehens sei aber zu wenig Beachtung geschenkt worden.

Eine kostengünstigere Anbindung an den öffentlichen Verkehr wäre vonnöten, damit die Umstellung auf den Busbetrieb für die Bevölkerung überhaupt in Betracht zu ziehen wäre.

Da diese Voraussetzungen nicht gegeben seien, appelliert das Komitee an die von den Instanzen zu fällenden Entscheide.

Zum Abschluss der Stellungsnahme betont das Komitee: «Insgesamt erweist sich die Studie als unvollständig und in wichtigen Fragen an der Sache vorbeiführend.» (mgt/nac)