Kollisionen
2020 starben über 600 Wildtiere auf Solothurns Strassen

2020 kamen auf den Solothurner Strassen allein durch Kollisionen mit Fahrzeugen 646 Wildtiere zu Tode.

Roland Büttiker
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Ein überfahrener Hase am Strassenrand.

Ein überfahrener Hase am Strassenrand.

Ingo Bartussek/fotolia

Viele Jäger sind des Hasen Tod, sagt das Sprichwort. Viele Wildtiere wie Reh, Wildschwein und Fuchs sterben aber auch auf den Strassen. Diese Wildtiere, die ohne jagdliche Einwirkung zu Tode kommen und den Jagdverwaltungen gemeldet werden, gelten als Fallwild.

Laut der Statistik der Jagdverwaltung starben 2020 auf den Solothurner Strassen alleine durch Kollisionen mit Fahrzeugen 646 Wildtiere, darunter 291 Rehe. Total waren es 1317 Wildtiere, die nebst der Jagd zu Tode kamen.

Die eidgenössische Statistik weist für 2019 den Strassentod von 9954 jagdbaren Huftieren, 10494 Raubtieren und 521 Feldhasen aus – also 57 Wildtiere pro Tag. Dazu kommen dann auch noch die Todesfälle durch Bahnverkehr, Hunderisse oder landwirtschaftliche Maschinen. Von keiner Statistik erfasst werden getötete Frösche, Igel, Vögel.

Strafe bei Missachtung der Meldepflicht

Betroffene Lenkerinnen und Lenker wissen oft nicht, dass sie nach einer Kollision mit einem Wildtier gemäss Strassenverkehrsgesetz verpflichtet sind, sofort anzuhalten und die Unfallstelle mit dem Pannendreieck zu sichern, weil die eigene Sicherheit und jene der anderen Verkehrsteilnehmer Priorität hat. Anschliessend muss unverzüglich die Polizei unter der Nummer 117 verständigt und am Unfallort gewartet werden, bis ein Wildhüter eintrifft.

Wird ein Wildtier bei einer Kollision getötet, hat dies für den Unfallverursacher keine strafrechtlichen Konsequenzen. Kommt man der Meldepflicht nach, hat man keine Busse zu befürchten und auch keinen Schadenersatz zu leisten. Wer hingegen einfach weiterfährt, macht sich gemäss Strassenverkehrsgesetz wegen Unterlassens einer Unfallmeldung strafbar und muss mit einer happigen Busse rechnen. Zudem droht dem Fahrzeuglenker ein Verfahren wegen Tierquälerei durch Unterlassen, weil er eine Misshandlung und möglicherweise sogar den qualvollen Tod des Tieres verschuldet hat.

Immer wieder werden in den Jagdrevieren angefahrene und verendete Wildtiere aufgefunden, die nicht gemeldet wurden. Mitunter kommt es auch vor, dass ein Unfall erst nachträglich gemeldet wird und verletzte ­Tiere dann unnötig lange leiden müssen, statt dass sie vom Wildhüter von ihren Schmerzen erlöst werden können.

7-Tage-24-Stunden-Dienst eingerichtet

Die Jagdgesellschaften im Kanton haben für solche Fälle einen 7-Tage-24-Stunden-Dienst eingerichtet und sind immer schnell vor Ort. Zudem verfügen sie über gut trainierte Hunde, die einer Fährte folgen können, sollte das Tier nicht an der Unfallstelle verbleiben.

Die Jägerinnen und Jäger versuchen das Möglichste, um den Wildtieren helfen zu können, dabei sind sie aber darauf angewiesen, dass die Unfälle oder sonstige Beobachtungen von verletzten oder toten Wildtieren auch gemeldet werden.