Der 29-jährige Grenchner, der den mittlerweile zu 16 Jahren Gefängnis mit anschliessender Verwahrung verurteilten Messerstecher vom Luxory Club zwei Tage vor der Polizei versteckt hatte, wurde vom Amtsgericht Solothurn-Lebern wegen Begünstigung schuldig gesprochen. Die Strafe fiel aber relativ milde aus: Ueli P.* wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 200 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt.

Das Gericht ging nämlich - im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft, die 34 Monate Gefängnis gefordert hatte - nur von einem Eventualvorsatz aus. Ueli P.* hatte zugegeben, bei der Sache ein schlechtes Gefühl zu haben. Er wusste es zwar nicht mit Sicherheit, musste aber davon ausgehen, dass sein Freund von der Polizei gesucht wurde.

Einen Freispruch gab es beim Vorwurf der Körperverletzung, weil es keine Verletzung der Sorgfaltspflicht gegeben habe. Das Gericht ging davon, dass Ueli P. nicht wissen konnte, dass sein Kumpel beim Veranstalten des "Affenzoos" vor dem Grenchner Südbahnhof ohnmächtig werden könnte, als er ihn in den Schwitzkasten nahm. Und auch das Absetzen auf dem Boden sei nicht unvorsichtig gewesen.

Ueli P. habe kein Interesse gehabt, seinen Freund zu verletzen. Durch die nicht bemerkte Ohnmacht sei dieser ungebremst mit dem Kopf auf dem Betonboden aufgeprallt und so sei der Schädelbruch und das Hirntrauma verursacht worden.

Die Anklagepunkte der Entwendung eines Autos zum Gebrauch, die widerrechtliche Aneignung von Kontrollschildern, das Fahren ohne Haftpflichtversicherung sowie der Marihuanakonsum unbestritten. (hps)

* Name von der Redaktion geändert