«Bereits kleinste Mengen Russpartikel und Feinstaub in der Atemluft verursachen Lungenkrebs.» So deutlich sagt es die Schweizer Krebsliga in ihrem Internetauftritt. Und spätestens seit dem Abgasskandal bei VW ist die Feinstaubbelastung wieder vermehrt ein Thema.

Der Blick auf die durch das Solothurner Amt für Umwelt erhobenen Messwerte beunruhigt: In den vergangnen Tagen wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft fast im gesamten Siedlungsgebiet des Kantons überschritten. Entlang der Hauptverkehrswege wurde sogar die «Informationsschwelle» von 75 Mikrogramm erreicht.

Auslöser war das stabile Wetter mit einer Inversionslage, die am Hochnebel erkennbar ist. Bei solchem Wetter bleibt die kalte Luft liegen. Die durch Heizungen und Verkehr verursachte Luftverschmutzung wird weder durch den Wind weggetragen noch durch den Regen ausgewaschen und die Feinstaubbelastung steigt an.

Knapp unter der Alarmstufe

Die Messwerte waren hoch, aber die Alarmstufe erreichten sie nicht. «Das letzte Mal wurde die Interventionsstufe von 100 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft im Jahr 2006 überschritten», sagt Markus Chastonnay, Abteilungsleiter Luft und Lärm beim Solothurner Amt für Umwelt. «Das zeigt, dass die Massnahmen zur Verbesserung der Luft eine gewisse Wirkung erzielen.»

Der Strassenverkehr ist einer der Hauptsünder geblieben, aber es sei besser geworden. «Die Partikelfilter für Dieselmotoren funktionieren gut», sagt Chastonnay. Der Fachmann betont, dass auch Autos mit Benzinmotoren Feinstaub verursachen.

«Grossfeuerungen erfüllen heute strenge Grenzwerte und haben zur Entspannung der Lage beigetragen», sagt Chastonnay. Zudem habe bei den Leuten ein Umdenken stattgefunden. «Es wird kaum mehr Laub im Garten oder Restholz am Waldrand verbrannt.» Solche Mottfeuer seien früher ein grosses Problem gewesen. «Nun dient das nicht genutzte Holz im Wald den Kleintieren als Lebensraum.»

Cheminées bleiben problematisch

Ein Cheminéefeuer ist heimelig. Aber was viele nicht wissen: Etwa die Hälfte der Feinstaubbelastung stammt aus Holzfeuerungen. Feuchtes Holz zu anzuzünden, das sei eine Umweltsünde. Die Informationskampagne der Kaminfeger habe bei den Cheminées zu einer deutlichen Verbesserung geführt, sagt Markus Chastonnay. Trotzdem könne bei den kleinen Holzfeuerungen noch einiges unternommen werden.

Nun dürfte der angekündigte Wetterumschwung rasch für bessere Luft sorgen. Das Feinstaubproblem wird damit aber nur gelöst, bis die nächste stabile Wetterlage mit Hochnebel die Messwerte wieder ansteigen lassen wird.