Franziska Roth, Sie sind wie vor vier Jahren nur ganz knapp nicht gewählt worden. Schon wieder hat Sie Philipp Hadorn um wenige Stimmen geschlagen. Sind Sie enttäuscht?

Nein. Ich habe ein tolles Resultat gemacht. Es freut mich, wenn ich als Präsidentin so weit vorne mitmischen kann. Aber es freut mich auch, dass Philipp Hadorn so gut abgeschnitten hat.

Die SP musste um ihren zweiten Sitz zittern. Und Ständerat Roberto Zanetti muss in einen zweiten Wahlgang. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Mit den zwei Sitzen bin ich sehr zufrieden. Am Anfang sah es so aus, als ob wir einen verlieren würden. Schade ist, dass wir Roberto Zanetti nicht im ersten Wahlgang in den Ständerat brachten. Aber ich bin sicher, dass wir mit einem guten zweiten Wahlgang rechnen können.

Warum hat es für Zanetti anders als 2011 nicht im ersten Wahlgang gereicht?

Auch das letzte Mal war es knapp. Wenn vier Parteien für zwei Sitze antreten, hat das linke Lager das absolute Mehr nicht einfach so auf sicher. FDP und SVP haben zudem zugelegt. Deshalb hat Zanetti eigentlich ein gutes Resultat.

Hat die Flüchtlingsdiskussion der SP genutzt oder geschadet?

Die Diskussion gesamthaft hat dem Wahlkampf geschadet. Die Flüchtlingsdiskussion war überall. Aber das, was die Schweiz wirklich betrifft; das, was wir intern bestimmen können wie etwa die Frankenstärke oder die Schwierigkeiten für die Arbeitnehmenden über 50, das wurde kaum thematisiert. Auch die Energiewende nicht.

Warum konnte die SP als Gegenpol zur SVP nicht mehr punkten?

Wenn wir in einem Kanton, in dem es nur noch sechs statt sieben Sitze gibt, unsere zwei Sitze halten können, dann haben wir doch gepunktet.

Bea Heim wurde trotz Kritik an der erneuten Kandidatur wiedergewählt. Werden Sie nun mit ihr sprechen, damit sie in der Legislatur zurücktritt?

Dazu sage ich sicher nichts. Bea Heim hat ein gutes Resultat gemacht. Sie wird ihre gute Arbeit in der nächsten Zeit weiterführen.

Nur in der nächsten Zeit?

(lacht) Sie hat jetzt vier Jahre Zeit.