CO2-Reduktion

Klimaschutzprojekt im Bucheggberg verläuft bisher gut – nur ist es «keine Lösung auf Zeit»

Forstbetrieb Bucheggberg betreibt bisher das einzige CO2-Reduktionsprojekt im Kanton.

Wald Bucheggberg

Forstbetrieb Bucheggberg betreibt bisher das einzige CO2-Reduktionsprojekt im Kanton.

Myclimate hat sich alle CO2-Zertifikate des Klimaschutzprojektes im Bucheggberger Wald gesichert. Der Verein Wald Klimaschutz Schweiz wartet deshalb die Zertifizierung weiterer Projekte ab.

Vor vier Jahren startete das nationale Pilotprojekt zum Klimaschutz Wald Solothurn. Das Ziel: Treibhausgase durch Klimaprojekte im Wald zu senken. Abgeschlossen war das Vorprojekt mit der Gründung des Vereins Wald Klimaschutz Schweiz.

«Das hauptsächliche Ziel des Vorprojektes war es, eine glaubwürdige Methodik für die CO2-Sequestierung im Schweizer Wald zu finden. Dies, um sie den Waldeigentümern zur Verfügung stellen zu können», erklärt Lukas Friedli, Geschäftsleiter des Vereins Wald Klimaschutz Schweiz. «Ein Projekt beinhaltet die Verpflichtung, den Holzvorrat im Wald höher zu halten, als dies im gesetzlichen Rahmen festgelegt wäre».

Dies beutete nicht, die Bewirtschaftung des Waldes stillzulegen. Es werde jedoch nicht das ganze Holznutzungspotenzial ausgenutzt, wodurch der CO2-Speichereffekt entstehe. «Die Klimaprojekte werden alle zwei Jahre zertifiziert, um sicherzustellen, dass sich der Wald wirklich so entwickelt, wie er sollte.» Diese CO2-Zertifikate werden an verschiedene Abnehmer als CO2-Kompensation verkauft. Dafür sei der Verein zuständig.

Klimaschutzprojekt als Nebenverdienst

Das erste Projekt, welches im Kanton Solothurn zertifiziert wurde, sei das des Forstbetriebs Bucheggberg. Über dessen Stand berichtet Mark Hunninghaus, Betriebsleiter des Forstbetrieb Bucheggberg. «Das Projekt läuft gut. Wir haben per 2016 die Bewirtschaftungsanpassungen zu Gunsten der CO2-Speicherwirkung des Waldes gemacht.»

Dafür habe sich der Forstbetrieb für 30 Jahre lang verpflichtet. «Projektfläche ist ausschliesslich der öffentliche Wald, welcher im Besitz der Bürgergemeinden und Gemeinden ist. Die Projektfläche beträgt rund 1300 Hektaren», so Hunninghaus.

Der Forstbetrieb verzichte mit dem Projekt langfristig auf einen Vorratsabbau. «Es ist eine Einschränkung in der Bewirtschaftung. Wenn der Holzmarkt sich in 15 Jahren gut entwickelt, dann können wir unseren Holzverkauf nicht einfach so steigern.»

Der Forstbetrieb könne jedoch von der reinen Holzerei nicht mehr leben. «Für mich kommen die Holznutzung und der Klimaschutz Hand in Hand.» Das Projekt im Bucheggberg sei jedoch keine Lösung auf Zeit. «Wahrscheinlich wird in 30 Jahren eine Verlängerung des Projektes Sinn machen», ist Hunninghaus der Meinung. Gemäss Friedli hat der Verein aber noch nicht geplant, was nach den 30 Jahren Projekt geschehe. «Wünschenswert wäre, dass in 30 Jahren nicht mehr kompensiert werden muss.» Schweizweit seien mehrere Klimaschutzprojekte in der Projektierung.

Grosse Nachfrage nach CO2-Zertifikaten

Auch in anderen Teilen des Kantons arbeite der Verein an neuen Projekten. «Diese stehen jedoch erst am Anfang, da bisher nur Vorstudien dazu gemacht wurden.» Zudem handle es sich um einen neuen Markt. «Teilweise ist noch ungewiss, ob die Eigentümer alle ihre CO2-Zertifikate verkaufen können», erklärt Friedli.

«My Climate hat sich für das Projekt Buchegg das Vorverkaufsrecht über die nächsten zehn Jahre gesichert», berichtet Friedli. Auch wenn die Nachfrage nach Zertifikaten für die CO2-Kompensation gross sei, müsse der Verein deswegen ein neues Projekt abwarten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1